Stielwarzen

Definition von Stielwarzen

Bei Stielwarzen handelt es sich gemäß ihrer medizinischen Definition nicht um Warzen im engeren Sinne. Echte Warzen entstehen durch ein bestimmtes Virus, das Papillom-Virus. Das bedeutet, dass man sich mit echten Warzen anstecken kann; tatsächlich sind Warzen relativ leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Hauptansteckungsorte sind Duschen, Schwimmbäder oder Saunen.

Bei Stielwarzen handelt es sich dagegen um gutartige Gewebewucherungen der Haut, die nicht ansteckend sind. Da es sich bei Stielwarzen entgegen der umgangssprachlichen Bezeichnung nicht um Warzen handelt, sind auch herkömmliche Warzenmittel gegen Stielwarzen nicht hilfreich. In der medizinischen Fachsprache spricht man bei Stielwarzen oft auch von weichen Fibromen, lateinisch: fibroma pendulans. Weiche Fibrome sind zellreich, dabei aber faserarm und in ihrer Gewebestruktur von locker angeordneten Fasern bestimmt. Der lateinische Begriff bedeutet übersetzt: „Pendelndes Fibrom“ und zeigt begrifflich das Wachstum des Fibroms an einem stielartigen Gebilde an.

Stielwarzen sind nicht gesundheitsgefährdend, stellen für die Betroffenen aber oftmals ein kosmetisches Problem dar. Diese Tatsache führt bisweilen zu dem Problem, dass Krankenkassen die Entfernung von Stielwarzen nicht bezahlen und die Kosten selbst getragen werden müssen. Andererseits besteht für die Betroffenen neben dem kosmetischen kein medizinischer Grund, Stielwarzen entfernen zu lassen. Wenn Sie nicht stören, kann man mit Stielwarzen ebenso alt werden wie ohne.

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Aussehen von Stielwarzen

Stielwarzen müssen nicht unbedingt stielförmig sein; oftmals haben Stielwarzen auch das Aussehen von kleinen Gewebeballungen und befinden sich breitbasig direkt an der Haut. Man spricht dann umgangssprachlich auch von einer Blumenkohlform der Wucherung. Die Oberfläche von Stielwarzen ist meist sehr rau und schuppig und der Farbton einer Stielwarze ist in der Regel etwas dunkler als der Hautfarbton. An der Spitze einer Stielwarze ist manchmal ein kleiner, schwarzer Punkt zu sehen. Die Größe kann stark variieren; meist sind Stielwarzen nur wenige Millimeter groß; bisweilen können sie jedoch auch bis zu einem Zentimeter groß werden.

Vorkommen und Häufigkeit von Stielwarzen

Insbesondere finden sich Stielwarzen an Stellen, wo die Struktur des Hautgewebes weicher ist. So treten sie sehr oft in Hautfalten, am Kopf – hier oft großflächig um die Augen herum –, am Hals und in den Achselhöhlen auf. Bei Frauen wachsen Stielwarzen häufig auch im Bereich des Dekolletés oder unter der Brust. Sie können allein auftreten oder in Gruppen dicht nebeneinander stehen. Solche Gruppen können sich aus bis zu 30 einzelnen Stielwarzen zusammensetzen. Über die Häufigkeit von Stielwarzen gibt es keine zuverlässigen Erhebungen. Studien haben aber gezeigt, dass Stielwarzen vermehrt bei stark übergewichtigen und älteren Menschen auftreten.

Die Entstehung von Stielwarzen

Fibrozyten

Stielwarzen entstehen durch das übermäßige Wachstum von bestimmten Hautzellen, den Fibrozyten. Die Ursache für die Wucherung dieser Hautzellen ist bislang nicht bekannt.

Erbliche Veranlagung

Oft findet sich der Hinweis, dass eine erbliche Veranlagung dafür verantwortlich ist, ob und in welchem Maße sich Stielwarzen bilden. Dass sich bei manchen Menschen eher Stielwarzen ausbilden als bei anderen Menschen, gilt unter Medizinern als weitgehend unstrittig. So zeigt sich beispielsweise, dass bei manchen Patienten auch nach einer Entfernung Stielwarzen immer wieder auftreten, bei anderen hingegen gar nicht mehr. Ob es sich bei dieser Veranlagung jedoch um eine erblich bedingte Veranlagung zu Stielwarzen handelt, konnte bislang noch nicht abschließend geklärt werden.

Begünstigende Faktoren

Es haben sich allerdings einige Faktoren herauskristallisiert, von denen allgemein angenommen wird, dass sie das vermehrte Wachstum der Fibrozyten und somit die Entstehung von Stielwarzen begünstigen. Neben mangelnder Körperhygiene können vermutlich auch kleine Verletzungen im Fett- und Bindegewebe an den oft von Stielwarzen befallenen Körperstellen dazu führen, dass diese sich vermehrt bilden. Ebenfalls günstig auf das Wachstum von Stielwarzen scheint sich starkes Schwitzen auszuwirken.

Symptome von Stielwarzen

Das Auftreten von Stielwarzen erfolgt prinzipiell symptomlos. Meist wird ihr Vorhandensein durch Inaugenscheinnahme bemerkt und als optischer Makel wahrgenommen; je nach Größe und Ort der Stielwarzen stellen diese bisweilen auch eine Behinderung dar; sie werden durch Kleidung wundgescheuert und schmerzen dann, man bleibt mit Schmuck an den Stielwarzen hängen, diese stören beim Rasieren usw.

Veränderungen, die zur sofortigen Konsultation eines Arztes drängen sollten, sind schnell fortschreitende Farbänderungen oder ein abruptes Wachstum der Stielwarze. Solche Veränderungen können mehrere Ursachen haben und sind nicht automatisch ein Zeichen von bösartigen Gewebeveränderungen. Gleichwohl sollte man die Stielwarze unbedingt und schnellstmöglich durch einen Arzt begutachten lassen.

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Diagnose von Stielwarzen

Stielwarzen werden von Ärzten für gewöhnlich leicht als solche erkannt. Handelt es sich jedoch um eine Stielwarze, deren Größe, Form oder Farbe auch nur den geringsten Anlass geben, die Gutartigkeit der Wucherung zu bezweifeln, wird der Arzt eine Biopsie vornehmen, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich nur um ein Fibrom, also eine gutartige Wucherung handelt.

Behandlung von Stielwarzen

Bei Empfehlungen zur Behandlung von Stielwarzen wird oftmals der Fehler begangen, dass Methoden zur Bekämpfung echter Warzen aufgrund der Namensgleichheit auch zur Bekämpfung von Stielwarzen empfohlen werden. So finden sich allenthalben Hinweise auf Hausmittel, Salben oder Pflaster gegen echte Warzen. Tatsächlich helfen all diese Mittel bei Stielwarzen nicht. Die folgenden Ausführungen verstehen sich als Aufklärung über terminologisch bedingte Falschinformation und wollen verdeutlichen, dass die chirurgische Entfernung von Stielwarzen die einzige Form der Behandlung darstellt.

Medikamente gegen Warzen

Da es sich bei Stielwarzen nicht um Warzen im engeren Sinne handelt, weil diese nicht durch das Papillom-Virus ausgelöst werden, zeigen Salben gegen echte Warzen keinerlei Wirkung bei Stielwarzen und sollten deshalb auch nicht zum Einsatz kommen. Auch die bei echten Warzen häufig und sehr erfolgreich eingesetzte Salicylsäure, meist eingebracht in Pflaster, zeigt bei Stielwarzen keine Wirkung.

Lediglich Produkte, die auf eine Entfernung von Warzen abzielen, können unter Umständen auch bei Stielwarzen erfolgreich sein, etwa Mittel zur Vereisung von Warzen. Es ist jedoch besser, solche Eingriffe von Fachärzten durchführen zu lassen, da es bei falscher Handhabung zu größeren Verletzungen an den betroffenen Hautstellen kommen kann.

Hausmittel

In Ratgebern, im Internet oder im Bereich der alternativen Medizin finden sich immer wieder Hinweise auf die Behandlung von Stielwarzen mit einfachen Hausmitteln. Auch die meisten dieser Hausmittel, die zur Behandlung von Stielwarzen gemeinhin als sehr wirksam angepriesen werden, sind eigentlich Mittel gegen durch Viren hervorgerufene echte Warzen, nicht gegen Stielwarzen. Das gilt insbesondere für verschiedene Öle, wobei das am häufigsten empfohlene das Teebaumöl ist. Dieses wirkt antiseptisch und kann bei echten Warzen tatsächlich zu leichten Erfolgen führen; bei Fibromen aber wirkt das Teebaumöl zwar antiseptisch, richtet gegen die Stielwarze selbst jedoch nichts aus. Eine Nebenwirkung ist allerdings, dass bei häufiger Anwendung die Haut stark austrocknet und es zu Ausschlägen kommen kann.

Daneben wird immer wieder auf die Behandlung von Stielwarzen mit Apfelessig oder anderen Essigarten hingewiesen. Ein regelmäßiges Einreiben soll dazu führen, dass die Stielwarze sich zurückbildet. Es ist prinzipiell durchaus denkbar, dass die Stielwarze durch den andauernden Einrieb mit Essig abstirbt und abfällt. Der Essig greift aber nicht nur die Stielwarze an, sondern auch die umliegenden Hautbereiche. Das kann von leichten Hautausschlägen bis hin zu schmerzhaften Ekzemen und weiteren Entzündungen führen; daher ist von dieser Maßnahme dringend abzuraten.

Zur Entfernung von Stielwarzen galt es lange Zeit als probates Mittel, diese direkt über der Haut am Stielansatz mit einem Stück Nähgarn abzubinden und mittels Verknotung diese Abbindung solange aufrecht zu erhalten, bis die Stielwarze schwarz wird und abfällt. Auch von dieser im Ergebnis scheinbar befriedigenden Methode ist abzuraten, da es zu schweren Entzündungen im Bereich der abgestorbenen Haut kommen kann. Überdies ist diese Art der Entfernung von Stielwarzen äußerst unpräzise. Die Gefahr, dass die Stielwarze wiederkommt oder sich verändert ist hierbei sehr groß.

Invasive Methoden

Selbständiges Entfernen von Stielwarzen

Oft greifen Patienten selbst zur Schere. Grundsätzlich ist immer anzuraten, bei Veränderungen am Körper einen Arzt zu konsultieren. Bei warzenähnlichen Wucherungen sollte dies immer ein Dermatologe sein. Auch bei der Entfernung von eigentlich harmlosen Stielwarzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, da sich im Inneren der weichen Fibrome zumeist ein größeres Blutgefäß befindet. Wird die Stielwarze ohne ärztlichen Beistand selbst weggeschnitten, können sich Komplikationen durch Blutungen und Infektionen ergeben; es ist auch durchaus möglich, dass bei einer unsachgemäß durchgeführten Entfernung der Stielwarze diese nicht ganz entfernt wird und dann durch die Verletzung ihrer Gewebestruktur noch stärker wuchert als zuvor.

Entschließt man sich jedoch trotzdem, die Warzen selbst entfernen zu wollen, etwa weil kein Arzt zur Verfügung steht, sollte man sicherstellen, dass eine sehr scharfe Schere verwendet wird. Vor Gebrauch sollte diese auf jeden Fall mit einem Desinfektionsmittel gut sterilisiert werden. Eine nicht desinfizierte Schere führt mit Sicherheit zu einer Entzündung der Wunde. Danach gilt es, die Stielwarze möglichst weit unten, direkt über der Haut abzuschneiden. Auch die entstandene Wunde sollte sofort desinfiziert werden. Bei später auftretenden Veränderungen an der Wunde ist so schnell wie möglich ein Arzt aufzusuchen. Bei allen selbst durchgeführten Versuchen, Stielwarzen zu entfernen, sollte immer bedacht werden, dass es neben schweren Entzündungen auch zu hässlichen Narben kommen kann.

Klassische Chirurgie

Der Arzt wird zuerst die Stielwarze und die umgebenden Hautbereiche sorgfältig desinfizieren, um Infektionen während oder nach dem Eingriff zu vermeiden. Sodann gilt es, eine Lokalanästhesie durchzuführen. Die Art der Betäubung hängt wieder von Größe und Lokalisation der Stielwarze ab. Bei sehr kleinen Exemplaren wird der Arzt zu einem Kältespray oder einer Betäubungscreme greifen. Dadurch lässt sich allerdings nur eine sehr begrenzt wirkende Betäubung erzielen. Sobald die Stielwarzen größer oder dichter mit der Hautstruktur verwachsen sind, wird der Arzt ein Lokalanästhetikum direkt an der Wurzel der Stielwarze mittels einer Injektion einbringen. Dadurch sind die Hautbereiche unter der Stielwarze für kurze Zeit betäubt, sodass der Arzt je nach Form und Größe der Wucherung diese mit einem Skalpell, einer chirurgischen Schere oder einem chirurgischen Löffel entfernen kann. Von der Größe des Fibroms bzw. der entstandenen Wunde hängt auch ab, ob der Arzt die Wunde abschließend näht, klebt oder kauterisiert.

Es besteht immer die Möglichkeit, dass nach der Entfernung von Stielwarzen Narben zurückbleiben; diese sind bei einer professionellen Entfernung durch den Arzt in der Regel jedoch sehr klein und nur bei genauem Hinsehen zu erkennen.

Kryotherapie

Eine Alternative bildet das Vereisen der Stielwarze, die Kryotherapie. Im Rahmen dieser Therapie kommt ein kleiner Applikator zum Einsatz, der zuvor mittels flüssigem Stickstoff stark abgekühlt wurde. Wird der Applikator auf die Stielwarze appliziert, friert diese augenblicklich ein und stirbt ab. Je nach Größe der Wucherung löst sich die Stielwarze dann sofort oder nach einigen Tagen von der Haut. Vor allem bei größeren Stielwarzen kann es unter Umständen nötig sein, die Prozedur nach einiger Zeit zu wiederholen.

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Entfernung mit dem Laser

Es besteht auch die Möglichkeit, Stielwarzen durch Einsatz eines Lasers zu beseitigen. Dabei wird die Stielwarze sehr präzise direkt oberhalb der gesunden Hautbereiche abgeschnitten. Kommt das Gewebe der Stielwarze mit dem Laser in Berührung, besteht die Möglichkeit eines kurzen, stichartigen Schmerzempfindens. Da der Eingriff mit dem Laser sehr schnell vonstattengeht, muss der Arzt entscheiden, ob eine Betäubung vorgenommen werden muss oder nicht.

Die Elektrokoagulation

In den letzten Jahren hat sich eine weitere Methode zur Entfernung von Stielwarzen und auch echten Warzen durchzusetzen begonnen: die Elektrokoagulation. Hierbei wird die Stielwarze für sehr kurze Zeit – d. h. lediglich den Bruchteil einer Sekunde – mittels Hochfrequenzstrom erhitzt. Das führt zu einem augenblicklichen Absterben der Stielwarze. Entweder fällt diese dann sofort oder nach einigen Tagen ab.

Ein Vorteil ist, dass keine Wunde entsteht bzw. diese sofort durch die Elektrokoagulation geschlossen wird und verschorft. Der schorfige Rest, der noch auf der Haut verblieben ist, löst sich dann meist innerhalb der nächsten Tage ab, bis die Stielwarze völlig verschwunden ist. Auch hier kann es allerdings bei größeren Stielwarzen durchaus nötig werden, die Prozedur nach einiger Zeit zu wiederholen, wenn etwa Gewebereste der Stielwarze auf der Haut verblieben sind.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Stielwarzen

Eine wirksame Art der Vorbeugung gegen Stielwarzen ist bislang nicht bekannt. Auch hier gilt, dass vorbeugende Maßnahmen und Mittel, die aus der Therapie gegen echte Warzen bekannt sind, bei Stielwarzen nicht zielführend sind.

Da starkes Übergewicht zu vermehrtem Wachstum von Stielwarzen führen kann, ist es bei entsprechender Veranlagung ratsam, das Körpergewicht stets in einem vernünftigen Verhältnis zur Körpergröße zu halten.

Überdies ist in jedem Fall auf ausreichende Körperpflege zu achten. Dabei sollten die Stellen, an denen sich Stielwarzen bevorzugt entwickeln, oft und gut gereinigt werden. Frauen mit Veranlagung zu Stielwarzen sollten auf die Bereiche direkt unter den Brüsten achten. Stark übergewichtige Menschen sollten insbesondere Hautfalten gut reinigen und diese auch stets auf das Vorhandensein von Stielwarzen untersuchen.