Pinselwarzen

Pinselwarzen gelten als eine Untergruppe der vulgären Warzen. Diese Art der Warze kommt allerdings seltener vor als die sogenannten gewöhnlichen Warzen. Aber gerade durch ihr markantes Aussehen sind die Pinselwarzen für viele betroffene Menschen ein sehr großes kosmetisches Problem.

Häufigkeit und Definition von Pinselwarzen

Pinselwarzen sind auch unter dem medizinischen Begriff Verrucae filiformes bekannt. Sie zählen zu einer Unterkategorie der vulgären Warzen, die umgangssprachlich auch als gewöhnliche Warzen bezeichnet werden. Die Pinselwarzen kommen aber wesentlich seltener vor, obwohl eine schnelle und einfache Ansteckung auch hier möglich ist. Besonders markant für Pinselwarzen ist ihr einzigartiges Aussehen. So treten Pinselwarzen meist als fadenförmige Wucherungen auf und sind vor allem optisch ein sehr großes Problem für die betroffenen Personen.

Pinselwarzen können eine rosa oder weiße Färbung aufweisen und haben an ihrer Spitze häufig einen kleinen braunen Punkt. Diese Form der Warzen bildet sogenannte kleine Fingerchen aus, die wie Fäden dicht beieinander stehen. Dies sorgt bei vielen Personen dafür, dass diese die Pinselwarzen als besonders ekelig und unansehnlich empfinden.

Verantwortlich für das Ausbrechen der Pinselwarzen sind die humanen Papillomviren, die auch für die Entstehung der typischen anderen Formen von Warzen verantwortlich sind. Die Pinselwarzen sind besonders häufig im Gesicht der betroffenen Person anzutreffen. Sehr beliebt ist der Bereich um den Mund und die Lippen. Aber auch eine Ansiedlung an der Nase und den Augen ist keine Seltenheit. Zudem sind der Hals, das Kinn und die Stirn immer wieder von einem Befall der Pinselwarzen betroffen.

Ursachen der Bildung von Pinselwarzen

Verantwortlich für die Bildung von Pinselwarzen sind die humanen Papillomviren. Diese werden mit Hilfe einer Schmierinfektion übertragen. Da sich die Pinselwarzen besonders gerne im Bereich des Mundes ansiedeln, gilt als häufigste Ursache der Ansteckung das Küssen einer bereits infizierten Person. Ein bloßer körperlicher Kontakt reicht meist schon aus, um sich selber mit den Pinselwarzen zu infizieren.

Auch wenn der Erreger sich nur an den Händen befindet, ist es eine Leichtigkeit, dass die Erreger durch alltägliche Handbewegungen in das Gesicht gelangen. Von hier aus können sich die Viren ohne Problem verbreiten. Es genügt also schon die tägliche Gesichtspflege, sofern die Hände nicht vorher desinfiziert wurden. Durch das Reinigen oder Auftragen von Make-up wird der Erreger schön im Gesicht verteilt und gelangt genau an die Stellen, an denen er sich einnisten kann.

Hat es der Erreger der Pinselwarzen geschafft, breitet er sich rasch aus. Nur selten kommt eine einzige Pinselwarze alleine vor. Meist findet sich schon nach kurzer Zeit ein weiterer Ableger der Pinselwarzen. Dieser muss nicht unbedingt im selben Bereich zu finden sein, denn die Übertragung auf das gesamte Gesicht ist bei einer mangelnden Hygiene der betroffenen Person ein Kinderspiel.

Symptome der Pinselwarzen

Pinselwarzen sind meist nur ein kosmetisches Problem für die betroffenen Personen. Die Pinselwarzen verursachen keine Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Durch die Einnistung der Pinselwarzen im Bereich des Gesichts und des Halses sind die Warzen keinem Druck durch Bewegung oder Reibung durch die Kleidung einer Person ausgesetzt. Auch eine Entzündung oder die Bildung von Eiter sind nur sehr selten anzutreffen. Daher werden Pinselwarzen grundsätzlich nur wegen ihres markanten Aussehens behandelt.

Bei der Bildung der Pinselwarzen verspüren die betroffenen Personen meist ein leichtes Ziehen der jeweiligen Hautpartie. Dieses hält allerdings nur einige Tage an. Wenn die Pinselwarze sich komplett ausgebildet hat, bereitet diese keine Beschwerden. Nur wenn die Pinselwarze so ungünstig an den Lippen sitzt, kann es zu Beschwerden kommen. Hier können diese in Ausnahmefällen durch die Kaubewegungen des Mundes verletzt werden. Nur hier wäre ein eine Entfernung aus medizinischer Sicht notwendig. Denn nur so kann die mögliche Infektionsgefahr der Pinselwarzen verhindert und ein vernünftiges Essverhalten der betroffenen Person wieder hergestellt werden.

Diagnose der Pinselwarzen

Eine Diagnose ist bei den Pinselwarzen sehr schnell gestellt. Häufig wird die sogenannte Anamnese sehr kurz ausfallen. Beschwerden sind bei den Pinselwarzen sehr unüblich und auch das optische Erscheinungsbild ist meist eindeutig. Durch einen kurzen Blick auf die womögliche Pinselwarze kann der Arzt die Diagnose stellen. Denn nur die Pinselwarze bildet die typischen Fingerchen aus und ist somit gut von den anderen Formen der Warzen abzugrenzen.

Bei auffälligen Veränderungen des Erscheinungsbildes, die allerdings sehr selten vorkommen, kann zudem eine Gewebeprobe bei der Findung der Diagnose helfen. Diese wird dafür durchgeführt, um eine mögliche Tumorerkrankung auszuschließen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Pinselwarzen sich so gut wie nie bösartig entwickeln.

Behandlung der Pinselwarzen

Aus medizinischer Sicht müssten die Pinselwarzen nicht entfernt werden, denn diese haben keinen Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden der betroffenen Person. Lediglich kosmetisch sind die Pinselwarzen ein sehr großes Problem für diese und werden häufig von den Personen zunächst selber versucht zu entfernen. Aber hier sollte man aufpassen. Die Pinselwarzen entstehen meist an Stellen des Körpers, an denen die Haut sehr empfindlich ist. Eine selbständige Entfernung der Pinselwarzen kann diese Haut sehr schädigen und vor allem an den Augen schlimme Folgen mit sich bringen. Daher ist in einem solchen Fall immer der Weg zum Arzt notwendig. Nur dieser kann abschätzen, welche Methode der Entfernung der Pinselwarzen zum Erfolg führen kann.

Kryotherapie bei Pinselwarzen

Wie auch bei anderen Arten von Warzen ist die Vereisung eine sehr beliebte Methode. Dennoch kann bei einer Pinselwarze nicht immer auf diese zurückgegriffen werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Pinselwarze zu dicht am Auge der betroffenen Person sitzt. Hier muss zum Wohle der Augen eine nicht so aggressive Behandlungsmethode gewählt werden.

Die Vereisung ist nur mit sehr leichten Schmerzen verbunden und ist absolut erfolgversprechend. Mit ihr werden immer wieder gute Ergebnisse erzielt und ein erneutes Ausbrechen so gut wie verhindert.

Ausschaben der Pinselwarzen

Eine weitere Behandlungsmethode ist das Ausschaben der Pinselwarzen. Bei einer ungünstigen Ansiedlung ist dies meist die erste Methode, die von den Medizinern gewählt wird. Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff. Das Gewebe der Pinselwarze wird komplett abgetragen und ist für viele betroffene Personen sehr unangenehm. Kindern wird bei diesem Eingriff grundsätzlich immer eine Narkose gegeben, damit diese still halten und die Prozedur als nicht so schlimm empfinden.

Laserbehandlung von Pinselwarzen

Des Weiteren kann auch eine Behandlung mit einem Laser die Pinselwarzen entfernen. Dies sollte von einem geschulten Fachmann durchgeführt werden. Denn nur ein kleiner Fehler kann schlimme Folgen haben. Dies gilt besonders für eine Entfernung von Pinselwarzen am Auge. Auch diese Methode ist nur mit leichten Schmerzen verbunden und führt schnell zum Erfolg.

Kauterisation oder Zytostatika von Pinselwarzen

Eine Kauterisation oder Zytostatika werden bei Pinselwarzen nur sehr selten angewendet. Dies liegt daran, dass sich die Pinselwarzen meist nur in Gegenden bilden, in denen sich Schleimhäute befinden. Lediglich bei einem Vorliegen der Pinselwarzen am Kinn der betroffenen Person wird daher auf diese Methode der Entfernung zurückgegriffen.

Entfernung der Pinselwarzen durch Elektrokoagulation

Eine Entfernung der Pinselwarzen durch Elektrokoagulation ist vergleichbar mit einer Entfernung mit Hilfe eines Lasers. Auch hier werden die Pinselwarzen durch eine hohe Temperatur zerstört. Dabei treten leichte bis mittlere Schmerzen bei der betroffenen Person auf. Obwohl diese Methode auch erfolgversprechend ist, wird sie nicht mehr häufig angewendet. Stattdessen wird auf eine Laserbehandlung zurückgegriffen.

Hausmittel für die Behandlung von Pinselwarzen

Neben den herkömmlichen Behandlungsmethoden greifen immer mehr betroffene Personen auf alte Hausmittel zurück. Vor allem bei sogenannten Flachwarzen wird Apfelessig angewendet. Immer mehr betroffene Personen schwärmen auch von dieser Behandlung bei Pinselwarzen. Der Gehalt an Säure soll die Rückbildung der Warze bewirken. Für eine Anwendung wird der Apfelessig in gleichen Teilen mit warmem Wasser gemischt. Dieses Gemisch wird anschließend noch im warmen Zustand auf die Warze gegeben.

Besonders gut eignet sich hierfür ein Wattestäbchen. Mit diesem kann die Flüssigkeit gezielt aufgenommen und auf die Pinselwarze gegeben werden. Obwohl der Gehalt an Säure die Rückbildung der Pinselwarzen beschleunigen soll, kann diese Anwendung einige Tage in Anspruch nehmen bis eine deutliche Verbesserung bemerkt werden kann. Des Weiteren berichten viele betroffene Personen über eine Anwendung von Grapefruit-Extrakt. Auch dieses wird mit einem Wattestäbchen auf die Pinselwarzen gegeben und so kann auf Grund ihres Gehalts an Säure der gleiche Effekt wie beim Apfelessig erzielt werden.

Auch das Auftragen von speziellen chinesischen Kräutern kann die Abheilung von Pinselwarzen begünstigen. Diese sind in Reformhäusern, orientalischen Läden oder auch im Internet erhältlich. Besonders gut eignen sich für Pinselwarzen Zi Su Ye, Jin Yin Hua und Ban Lan Gen. Diese Kräuter sind meist schon in Form von Cremes oder Pasten erhältlich und werden auf die Warzen gestrichen. Da Pinselwarzen häufig sehr hoch werden können, bedarf es etwas Geduld bis die Paste die Warze komplett umschließt. Die Kräuter sollten anschließend mindestens eine halbe Stunde auf der Warze verbleiben und mehrmals täglich neu aufgetragen werden. Nur so können die chinesischen Kräuter ihre Wirkung gut entfalten.

Eine sehr umstrittene Methode, um die Pinselwarzen zu entfernen, ist die Anwendung eines Klebebandes. Dennoch findet auch dieses Hausmittel immer mehr Anhänger und soll erfolgversprechend sein. Mit Hilfe des Klebebands wird die Pinselwarze angeklebt. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Pinselwarze nicht mehr mit Luft in Berührung kommt. Auf Grund der Größe der Warzen sind daher meist mehrere Klebestreifen notwendig, um die Warze komplett einzukleben. Der Gedanke hinter diesem alten Hausmittel ist, dass die Pinselwarze nun nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird und nach einiger Zeit abstirbt. Dabei sollte man darauf achten, dass man die Warze zuvor gründlich reinigt und trocknet. Ansonsten können sich sehr leicht Keime unter dem Klebeband entwickeln.

Dieses Klebeband sollte nun circa sechs Tage auf der Warze verbleiben. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, über das Klebeband ein großes Pflaster zu befestigen. Die Pinselwarzen entstehen meist an sichtbaren Stellen und das Klebeband könnte sonst ein neues kosmetisches Hindernis für die betroffene Person darstellen. Nach sechs Tagen sollte das Klebeband vorsichtig entfernt und die Pinselwarze mit warmem Wasser eingeweicht werden. Anschließend wird versucht, die Warze zum Beispiel mit Hilfe eines Bimssteines zu entfernen.

Bei Pinselwarzen wird dies auch gerne mit einer Pinzette versucht. Dazu wird sanft an den einzelnen Fingerchen gezogen. Da es hier zu sehr vielen Verletzungen kommen kann, ist dieses Hausmittel sehr umstritten. Daher sollte man bei Schmerzen oder bei einer Blutung der Warze unbedingt die Behandlung abbrechen. Sofern sich die Warze allerdings leicht entfernen lässt, ist ein erneutes Abkleben ratsam. Ein wirklicher Erfolg soll aber erst nach vier Wochen eintreten und die Pinselwarzen komplett verschwinden lassen. Zudem soll durch diese Methode ein erneutes Ausbrechen verhindert werden.

Vorbeugung von Pinselwarzen

Die Ansteckung mit den Pinselwarzen geht meist sehr schnell. Ein leichter Hautkontakt und schon können die Viren sich auch bei einem selber einnisten. Doch mit einigen simplen Verhaltensweisen kann man einer solchen Ansteckung vorbeugen und den Pinselwarzen keine Chance geben.

Grundsätzlich sollte man immer auf ausreichend Hygiene achten. Mehrmaliges Waschen der Hände gehört zum täglichen Pflichtprogramm eines jeden Menschen. Pinselwarzen breiten sich vor allem im Bereich des Gesichts und des Halses aus. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, nicht mit den Händen ständig in das Gesicht zufassen. Vor allem dann nicht, wenn zuvor andere Gegenstände berührt wurden, an denen sich die Viren befinden könnten.

Sehr leicht erfolgt die Ansteckung mit den Pinselwarzen durch die alltägliche Gesichtspflege. Besonders das Eincremen oder das Schminken sind die Hauptübertragungswege. Aber auch beim Rasieren ist Vorsicht geboten. Des Weiteren sollte darauf geachtete werden, dass ausschließlich eigene Pflege- und Kosmetikprodukte verwendet werden. Keinesfalls sollten diese mit anderen Personen, die gerade unter den Pinselwarzen leiden, geteilt werden. Auch wenn man selber von den Pinselwarzen betroffen ist, sollten diese Produkte keinen anderen Personen zu Verfügung gestellt werden. Denn die Ansteckungsgefahr ist hier sehr groß und muss eingedämmt werden.

Neben der Hygiene sollte man zudem auf sein Immunsystem zur Vorbeugung von Pinselwarzen achten. Denn ein geschwächtes Immunsystem macht es den Viren sehr leicht sich einzunisten. Daher sollte man auf eine ausgewogene Ernährung und eine entsprechende Stärkung des Abwehrsystems durch eine sportliche Betätigung achten.

Des Weiteren kann man auch eine Ausbreitung der Pinselwarzen eindämmen. Die Pinselwarzen haben die Eigenschaft, sich sehr schnell auf andere Bereiche de Körpers zu verbreiten. Daher sollte man von einer selbständigen Behandlung der Pinselwarzen grundsätzlich absehen. Sobald mit den Händen die Warze berührt wird, sollten diese gründlich gewaschen werden. Erst danach können andere Stellen im Gesichts- oder Halsbereich berührt werden. Ansonsten besteht eine große Gefahr, dass die eine Pinselwarze nicht die einzige Warze bleibt. Bei einer Einhaltung dieser Verhaltensweisen haben Pinselwarzen kein leichtes Spiel mehr und auch die Ausbreitung dieser wird verhindert.