Flachwarzen

Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter den Flachwarzen, die auch Planwarzen genannt werden. Der Name drückt es aus: Es sind flache Warzen, die allerdings rau sind. An einer Stelle, beispielsweise auf dem Handrücken, können sich bis zu hundert Stück ansiedeln. Das heißt, diese Flachwarzen sind ziemlich unschön und vor allen Dingen sehr ansteckend. Woher kommen sie und was können Sie dagegen tun?

Die Bedeutung der Flachwarzen

Flachwarzen sind farblich auf Ihre Haut abgestimmt. Manchmal sehen sie auch hellbraun aus, weißlich bis gelb oder rosa. Die Oberfläche der Planwarzen ist weich, und Sie finden diese Warzen meist im Nacken, auf der Stirn oder im Gesicht sowie auf den Armen und Händen. Im Fachjargon heißen Flachwarzen „Verrucae planae“ – „Planwarzen“. Die flachen und weichen Planwarzen haben häufig feine Pünktchen. Schuld an den Planwarzen sind sogenannte Humane Papillomviren (HPV). Auch andere Warzenarten treten durch dieses Virus auf. Sie stecken sich durch die Schmierinfektion an. Das heißt: Haben Sie eine offene Wunde am Finger, können diese Viren durch einfaches Händeschütteln übertragen werden.

Kinder und Jugendliche leiden häufig unter diesen Flachwarzen, die im Fachjargon auch „Verrucae planae juvenilis“ genannt werden. Es ist eine Subform der Planwarzen. Sie brauchen sich aber keine Sorgen zu machen, denn die Planwarzen sind nicht gefährlich. Wenn diese entfernt werden, erfolgt dies in der Regel aus kosmetischen Gründen.

Die HPV-Infektionen treten je nach Warzenart häufig auf. Flachwarzen sind bei Kindern und Jugendlichen recht häufig, weil das Immunsystem noch nicht gänzlich ausgeprägt ist. Haben Sie ein stabiles Immunsystem, werden Sie eher keine Planwarzen erreichen. Die häufigste Warzenart ist auch gleichzeitig eine Form der Geschlechtskrankheit: die Genitalwarzen. Allerdings hängt es immer davon ab, wie alt Sie sind und wie stabil Ihr Immunsystem ist. Viele Warzen, dazu gehören auch die Flachwarzen, verschwinden meist von selbst wieder.

Die Flachwarzen und die Ursachen

Es sind die Humanen Papillomviren, auch einfach HPV genannt, die unter anderem die Flachwarzen auf Ihrer Haut erscheinen lassen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es etwa hundert verschiedene HPV-Typen gibt, die der Gruppe der DNA-Viren angehören. Die DNA-Viren infizieren Ihre erste Hautschicht, die Epithelzellen und auch einige Schleimhäute. So können Flachwarzen entstehen. Die infizierten Zellen können unkontrolliert wuchern. Durch Geschlechtsverkehr können im Anal- und Genitalbereich die Genitalwarzen entstehen, auch Feigwarzen genannt.

Auf jeden Fall sollten Sie sich an einen Hautarzt wenden, wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Warzentyp Sie gerade vor sich haben. Planwarzen erkennt ein erfahrener Hautarzt sofort durch einfache Blickdiagnostik. Die Genitalwarzen können gefährlich werden. Zum Beispiel kann bei der Geburt durch eine Genitalwarze das Neugeborene erblinden. Es gibt HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Dazu gehören aber nicht die Planwarzen. Haben Sie Oralverkehr können auch Mundtumore über die Mundschleimhaut entstehen. Lassen Sie Ihre Warzen (zum Beispiel Planwarzen) regelmäßig vom Hautarzt untersuchen.

Die HPV-Viren lösen auch Flachwarzen aus. Das Virus findet auf Ihrer Haut (Epidermis) einen für sich günstigen Platz und kann sich dort mithilfe Ihrer Hautzellen vermehren, sodass letztlich Warzen wuchern. Auch wenn diese flach sind, können sie sich verformen. Einige Flachwarzen stehen auch hervor.

Weitere Ursachen für die Flachwarzen

Bereits die kleinste Hautwunde kann Tür und Tor für Viren öffnen. Wie beim Fußpilz können Sie auch im Schwimmbad an die Warzenverursacher geraten, wenn Sie barfuß laufen; ebenso natürlich in der Sauna. Haben Sie kleine Risse am Fuß können die Viren eindringen. Denn ein Fuß, der mit Flachwarzen behaftet ist, hinterlässt virenhaltige Zellen auf dem Fußboden. Das geschieht in der Regel aber nur, wenn Sie ein instabiles Immunsystem haben. Denn nicht jeder bekommt direkt Flachwarzen, wenn Sie barfuß laufen oder einem anderen Menschen die Hand geben. Haben Sie gute Abwehrkräfte, kann sich Ihr Körper gut gegen die HPV-Viren durchsetzen. Es kann viele Monate dauern, bis die Warzen sich bemerkbar machen.

Die Symptome der Flachwarzen

Meist sind Flachwarzen nicht schmerzhaft. Doch berichten Betroffene oft über ein unangenehmes Ziehen. Sie sollten sich allerdings keine Sorgen machen, denn Flachwarzen sind nicht bösartig und es sind auch keine gefährlichen Hautwucherungen. Es ist meist ein Schamgefühl, das bei vielen Menschen auftritt, weil die Flachwarzen sehr unschön aussehen.

Die Diagnose der Flachwarzen

Der Hautarzt kann die Diagnose stellen und differenzialdiagnostisch absichern. Das heißt, er beurteilt erst einmal mit dem bloßen Auge, ob es sich um Flachwarzen handelt oder um eine andere Warzenart. Der Hautarzt muss auch ausschließen, dass es keine andere Hauterkrankung ist. Die Flachwarzen kann der Hautarzt recht schnell diagnostizieren. Dafür reicht die einfache Blickdiagnose aus. Sind es beispielsweise einfache Hautmale, sind diese meist glatt wie auch die Flachwarzen. Sind die Male rau und hart, könnten dies auch Schwielen sein oder Hühneraugen. Sie unterscheiden sich deutlich von den Planwarzen.

Der Hautarzt sollte auch ausschließen, dass es sich um eine bösartige Gewebsveränderung handelt. Dazu zählt beispielsweise der Hautkrebs. Der Hautarzt kann dies an den Farben und Rändern der Warzen erkennen, die unregelmäßig erscheinen. Planwarzen verändern sich meist nicht bösartig. Der Arzt wird in diesem Fall eine Gewebeprobe entnehmen und diese in die Pathologie einschicken.

Die Behandlung der Flachwarzen

Nicht nur die Flachwarzen, sondern auch einige andere Warzen, haben eines gemeinsam: Sie können durchaus nach ein bis zwei Jahren ohne Vernarbung von selbst wieder verschwinden. Manchmal brauchen die Flachwarzen in etwa zehn Jahre, um abzuheilen. In dieser Zeit hat sich Ihr Immunsystem mit dem Virus reichlich auseinandergesetzt. Da es allerdings eine Menge HPV-Stämme gibt, sind Sie leider nicht gänzlich vor einer erneuten Infektion beispielsweise gegen Planwarzen geschützt. Besondere Beachtung sollten Sie den Feigwarzen (Genitalwarzen) schenken, die grundsätzlich immer in ärztliche Behandlung gehören. Meist haben alle anderen Warzen, wie auch die Flachwarzen, eine kosmetische Betrachtungsweise. Liegen Planwarzen direkt im Gesicht, sehen sie unschön aus und viele Menschen möchten diese einfach nur schnell beseitigt wissen.

Leider können auch Flachwarzen Hauterkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis begünstigen. Schon deshalb sollten die Flachwarzen behandelt werden. Mittlerweile gibt es eine Menge Behandlungsmöglichkeiten der Flachwarzen. Vorher sollten Sie allerdings immer einen Hautarzt zurate ziehen. Er kann feststellen, ob es sich tatsächlich um Flachwarzen handelt und was Sie dagegen tun können.

Diese Behandlungen der Flachwarzen gibt es:

Zum einen kann die Hornschicht auf den Flachwarzen aufgelöst werden. Der Hautarzt nimmt hierfür diverse Säuren, die aufgetragen werden. Dazu zählt zum Beispiel Salizylsäure, Harnstoff oder Milchsäure. Diese Säuren gibt es auch in der Apotheke. Sie sollten bei der Behandlung von Flachwarzen erst einmal den Hautarzt befragen. Es gibt auch die sogenannte Vitamin A-Säure. Diese Säure wird gerne gegen Flachwarzen im Gesicht bevorzugt. Bekannt ist sie aus der Aknetherapie.

Diese Säuren gibt es auch als Vaseline oder als Pflaster gegen Planwarzen. Wichtig ist dabei, dass diese Säure nur auf die Flachwarzen getupft wird. Wird die nicht infizierte Haut damit beträufelt, kann die Säure die Haut verätzen. Die Hornschicht der Flachwarzen wird durch die Säure aufgelöst, wenn Sie diese mehrmals täglich auftupfen. Die Hornschicht der Planwarzen quellt auf und kann nach etwa zwölf Stunden entfernt werden. Dies können Sie entweder mit einem Bimsstein oder mit einer Feile tun. Der Hautarzt geht dabei sehr behutsam vor. Dies sollten Sie auch tun. Die Gefahr besteht sonst, dass die nicht infizierte Haut beschädigt wird. So können wiederum andere Warzen, auch Planwarzen, entstehen. Diese Prozedur dauert in der Regel drei bis vier Wochen, bis die Flachwarzen verschwunden und „abgeschält“ sind.

Die Hemmung der HPV-Viren und der Flachwarzen

Falls das Abschälen der Hornschicht mit der entsprechenden Säure nicht optimal bei den Planwarzen funktioniert, können die Viren auch sozusagen „gehemmt“ werden. Der Hautarzt wird Ihnen eventuell ein sogenanntes Zytostatikum empfehlen und verschreiben, dass gegen die Viren der Planwarzen zusätzlich eingesetzt werden kann. Dieses wirkt gegen die Planwarzen virenhemmend. Dieses Zytostatikum kann auf der abgetragenen Hornschicht der Planwarzen aufgetragen werden. Bei dieser Behandlungsform von Flachwarzen werden Sie allerdings ebenso viel Geduld aufbringen müssen. Zwei bis drei Mal täglich wird das virenhemmende Mittel auf die Flachwarzen aufgetragen – über mehrere Wochen.

Die invasiven Therapien der Flachwarzen

Invasiv bedeutet in der Medizin „eindringen“ und kommt aus dem Lateinischen. Invasive Therapie bedeutet, dass das Gewebe beispielsweise der Planwarzen verletzt wird, um unter anderem Flachwarzen zu entfernen. Das heißt im Fachjargon, dass die Bindegewebsstruktur der Flachwarzen zerstört wird. Dazu nutzen die Hautärzte die Kälte- oder die Laserbehandlung. Diese Form der Therapien wird dann erforderlich, wenn Planwarzen sehr hartnäckig sind. Die Kältetherapie heißt im Fachjargon „Kryotherapie“. Leider ist diese Behandlung auch bei Planwarzen schmerzhaft und es wird dabei meist keine lokale Betäubung angewandt. Werden die Flachwarzen damit behandelt, entsteht nach einigen Stunden eine Blase und es sieht so aus, als ob Sie sich verbrannt haben. Die Blase platzt von selbst nach einigen Tagen und trägt so dazu bei, die Flachwarzen nach und nach zu entfernen. Die Behandlung kann einige Wochen mit mehreren Behandlungen bei den Planwarzen dauern. Es kann auch eine Narbe entstehen.

Verwendet der Hautarzt bei Flachwarzen die Lasertherapie, wird vorab meist lokal betäubt. Es ist in der Regel nicht schmerzhaft, wenn die Flachwarzen damit entfernt werden. Meist bleiben allerdings Warzenreste über – bei der Kryotherapie wie auch der Lasertherapie. Deshalb sollten Sie sich darauf einstellen, dass die Flachwarzen wiederkommen und so die Therapie wiederholt werden muss.

Manchmal greift der Hautarzt auch zum „scharfen“ Löffel und kratzt die Flachwarzen aus. Der Bereich wird lokal betäubt. Dies kann allerdings dazu führen, dass die Flachwarzen wiederkommen. Eine Operation ist immer eine blutige Angelegenheit und schnell ist es passiert, dass die gesunde Haut verletzt wird. Der Hautarzt wird natürlich sehr vorsichtig vorgehen und die Flachwarzen mit einem scharfen Löffel auskratzen.

Die Studien der Kryotherapie

Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass die Kryotherapie hilfreicher ist, als das Verätzen beispielsweise mit einer Säure. In fünfzig Prozent aller Fälle heilen die Flachwarzen nach der Vereisung besser ab. Wurden die Flachwarzen verätzt, verschwanden nur 15 Prozent.

Flachwarzen selbst behandeln

In Apotheken und Drogerien gibt es Mittel, um Flachwarzen selbst zu entfernen. Auch Hausmittel werden gerne angewendet. Dazu ist es allerdings gut zu wissen, um welche Warze es sich tatsächlich handelt. Flachwarzen können Sie durchaus auch mit frei zugänglichen Mitteln beseitigen. Auch die Vereisung ist mittlerweile zu Hause möglich.

Doch sollten Sie vorab wissen, dass es sich tatsächlich um Planwarzen handelt. So können Sie dann gezielt mit dem Hautarzt besprechen wie Sie die Warzen entfernen. In jedem Fall ist ein stabiles Immunsystem wichtig. Hierfür sind eine gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil förderlich.

Da Flachwarzen ansteckend sind, breiten Sie sich auch recht schnell aus; vor allen Dingen auch dann, wenn Sie an ihnen „rummachen“. Versuchen Sie selbst mit Mitteln, die nicht geeignet sind, die Warzen zu manipulieren, können diese an anderer oder derselben Stelle wieder auftreten. Dazu gehört das Aufkratzen der Planwarzen.

Prävention

Nicht nur Planwarzen freuen sich über ein feuchtes Milieu, sondern viele andere Warzen auch. Laufen Sie im Schwimmbad oder im Saunabereich nicht barfuß, sondern nutzen Sie immer Badesandalen, damit die Warzen keine Chance haben. Sie sollten auch Ihr Handtuch niemals ausleihen, sondern nur selbst benutzen. Trocknen Sie sich auch zwischen den Fingern und Zehen gut ab, damit dort keine Warzen entstehen können.

Ein stabiles Immunsystem ist besonder wichtig, denn die Viren befinden sich in Ihrem Körper und bleiben dort. Ist Ihre Immunabwehr geschwächt können Warzen entstehen. Überprüfen Sie deshalb Ihre Lebensweise. Dazu gehört nicht nur eine gesunde Ernährung, sondern auch ein gesunder Lebensstil. Haben Sie viel Stress und sind Sie psychisch belastet? Auch das kann das Immunsystem schwächen und die Entstehung von Warzen begünstigen. Es ist wichtig, dass Ihr Körper genügend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bekommt. Dazu benötigen Sie keine Nahrungsergänzungsmittel, da Sie alles über die normale Nahrung aufnehmen können.

Gegen den psychischen Stress können diverse Entspannungsverfahren hilfreich und sinnvoll sein. Dazu zählt beispielsweise die aktive Entspannungstechnik „Progressive Muskelentspannung nach Jacobson“ oder auch autogenes Training.

Alles das, was mit Ihrem Gesicht, Ihren Händen und Armen in Berührung kommt, beispielsweise Handtücher, sollten Sie mindestens bei 60° C in der Waschmaschine waschen. Das zerstört die Viren.

Planwarzen können früher oder später wieder von selbst verschwinden. Daher ist eine Behandlung nicht zwingend erforderlich.