Feigwarzen

Bei Feigwarzen, die auch als Genitalwarzen oder Kondylome bekannt sind, handelt es sich um eine ansteckende Viruserkrankung. Diese zählt zu einer der häufigsten Geschlechtskrankheiten und wird durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verursacht.

Was ist eine Feigwarze?

Bei den Feigwarzen handelt es sich um eine gutartige Hautwucherung. Diese sind meist nur so groß wie ein Stecknadelkopf und werden umgangssprachlich auf Grund ihrer Form als Knötchen bezeichnet. Die Farbe der Feigwarzen kann dabei stark schwanken. So ist eine bräunliche, rötliche oder grau-weißliche Färbung für diese Feigwarzen typisch.

Diese sind vor allem im Genital- und im Afterbereich anzutreffen. Hier liegen die Feigwarzen dicht aneinander und treten nur in sehr seltenen Fällen einzeln auf. Meist ist eine sehr große Anzahl anzutreffen, die von Ärzten auch als Warzenbeet bezeichnet wird. Des Weiteren zählen die Feigwarzen zu einer der häufigsten Geschlechtskrankheiten, die bei den betroffenen Personen aber nur selten schwere Beschwerden auslösen.

Häufigkeit und Ursachen einer Feigwarze

Von Feigwarzen sind circa 1 bis 2 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung betroffen. Hierzu zählen allerdings nur die Personen, bei denen die Feigwarzen sichtbar im Genital- oder Afterbereich festzustellen sind. Aber bei 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung können die Feigwarzen nicht sichtbar festgestellt werden, obwohl diese Personen subklinische HPV-assoziierte Läsionen aufweisen. Des Weiteren haben gut 60 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen eine HPV-Infektion gebildet. Diese sind im Blut nachzuweisen und beruhen auf einer früheren Infektion. Daher gehen Mediziner davon aus, dass man sich im Laufe des Lebens mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 70 und 80 Prozent mit den Feigwarzen ansteckt. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Ursachen für eine Entstehung von Feigwarzen zu kennen.

Ursächlich für Feigwarzen ist das humane Papillomavirus, das auch kurz HPV genannt wird. Hier sind vor allem die HPV-Typen 6 und 11 ursächlich. Dennoch sind auch immer wieder die Typen 16 und 18 in den Feigwarzen zu finden. Diese sind zum Beispiel verantwortlich für den Gebärmutterhalskrebs und zählen daher zu den sogenannten Risikofaktoren.

Die Ansteckung mit dem HPV erfolgt hier fast ausschließlich über einen sexuellen Kontakt mit einer Person, die an Feigwarzen leidet. Bei der betroffenen Person müssen die Feigwarzen nicht einmal deutlich zu erkennen sein. Denn viele Menschen tragen humane Papillomaviren in sich ohne Beschwerden zu haben. Die Feigwarzen sind bei diesen Personen nicht sichtbar oder spürbar.

Es reicht schon eine winzige Verletzung an der Vagina, dem Penis, dem After oder am Enddarm. Hierdurch gelangt das Virus der Feigwarzen in die obere Haut- und Schleimschicht der betroffenen Person. Hier nistet sich der Erreger ein und führt zu einer raschen Ausbreitung der Feigwarzen. Nur selten kommt es hingegen zu einer Ansteckung mit Feigwarzen, wenn man das Handtuch einer betroffenen Person benutzt. Dennoch ist eine Ansteckung auf diesem Weg mit Feigwarzen nicht ausgeschlossen und sollte dringend beachtet werden.

Des Weiteren kann auch die werdende Mutter, die an Feigwarzen leidet, diese während der Geburt an ihr Kind übertragen. Daher sollten diese vorher behandelt werden.

Zudem kann eine Pilzinfektion die Ansteckung mit Feigwarzen begünstigen. Daher wird häufig beobachtet, dass diese beiden Erkrankungen zusammen auftreten oder dicht aufeinander folgen. Auch eine Schwächung des Immunsystems kann Feigwarzen helfen sich auszubreiten und führt besonders bei HIV-Patienten zu großen Problemen.

Symptome einer Feigwarze – Wie erkenne ich eine Feigwarze?

Feigwarzen haben meist nur die Größe eines Stecknadelkopfes. Nur selten werden die Feigwarzen größer und können eine unterschiedliche Färbung aufweisen. So sind Feigwarzen bräunlich, rötlich oder auch grau-weißlich. Da diese grundsätzlich immer in einer großen Anzahl auftreten, können diese sehr gut erkannt werden. Die Feigwarzen siedeln sich dabei im Genital- und Afterbereich an. Hier können die Feigwarzen mit Hilfe eines Spiegels leicht in Augenschein genommen werden. Aber auch im Mundbereich kann es zu einer Ansiedlung kommen. Dies wird durch den Oralverkehr mit einer betroffenen Person verursacht. Auch hier sind die schrumpeligen kleinen Knötchen sehr gut zu erkennen.

Bei Männern und Frauen treten diese an unterschiedlichen Stellen im Genitalbereich auf. Bei einer Frau sind vor allem die Schamlippen, der Scheideneingang und der Gebärmutterhals betroffen. Aber auch an der Hahnröhrenmündung sind die Feigwarzen häufig anzutreffen. Bei Männern hingegen sind die Vorhaut, die Eichel, der After, der Hahnröhreneingang und der Enddarm von Feigwarzen befallen.

Grundsätzlich verursachen die Feigwarzen bei betroffenen Personen keinerlei Beschwerden. Lediglich optisch sind die Feigwarzen ein Problem für diese. Dennoch kann es in Einzelfällen zu unangenehmen Beschwerden kommen. Dies ist besonders der Fall bei größer werdenden Feigwarzen. Auch bei einer Nichtbehandlung der Feigwarzen kann es nach einiger Zeit zu Symptomen kommen. Typisch sind in diesem Stadium der Erkrankung vor allem ein starkes Jucken, ein Brennen und dadurch hervorgerufene Schmerzen. Dies führt bei den meisten betroffenen Personen zu Problemen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang. Denn gerade hier siedeln sich die Feigwarzen besonders gerne an.

Bei Frauen kommt es zudem bei einem Befall mit Feigwarzen zu einem vermehrten Ausfluss aus der Scheide. Dies ist eine natürliche Schutzfunktion. Des Weiteren kann es bei den betroffenen Personen zu Blutungen der Feigwarzen kommen. Dies geschieht besonders während und nach dem Geschlechtsverkehr. Diese Blutungen der Feigwarzen sind dabei grundsätzlich harmlos und sind die Folge der Entzündung im gut durchbluteten Schleimhautbereich. Die Blutungen der Feigwarzen sollten dennoch ernst genommen werden. Diese sind eine erhöhte Infektionsgefahr.

Neben den körperlichen Beschwerden leiden betroffene Personen vor allem psychisch unter den Feigwarzen. Hierdurch kann das sexuelle Leben der Personen stark eingeschränkt werden. Dies führt meist unweigerlich zu Konflikten mit dem jeweiligen Partner. Zudem leiden die Personen unter Angst- und Schuldgefühlen. Besonders die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung des Partners mit den Feigwarzen macht betroffenen Personen zu schaffen.

Des Weiteren kommt es fast bei allen Personen, die von Feigwarzen betroffen sind, zu Schamgefühlen. Schließlich handelt es sich bei den Feigwarzen um eine sexuell übertragbare Erkrankung. Aber nur eine Überwindung dieser Schamgefühle kann den betroffenen Personen helfen, denn nur der Arzt kann diese behandeln. Daher sollte nicht lange gezögert und schnell professionelle Hilfe bei der Behandlung von Feigwarzen gesucht werden.

Diagnose einer Feigwarze- So geht Ihr Arzt vor!

Eine Feigwarze kann man sehr gut auch selber erkennen, dennoch kann nur ein Arzt eine eindeutige Diagnose stellen. Daher sollten Sie immer einen Mediziner aufsuchen, um Ihren Anfangsverdacht abklären zu lassen. Nur so haben Sie eine Gewissheit, ob Sie von einer Feigwarze befallen sind.

Feigwarzen sind nur zu erkennen, wenn sich diese schon herausgebildet haben. Dies kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Zuvor kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu Beschwerden und auch die Knötchen sind nur schwer bis gar nicht zu erkennen. Da aber auch jetzt schon eine Gefahr der Ansteckung mit den Feigwarzen für den jeweiligen sexuellen Partner besteht, sollte auch bei nur sehr schwach ausgeprägten Anzeichen ein Weg zum Arzt erfolgen.

Auch wenn man die Feigwarzen sehr gut erkennen und ertasten kann, sollte von einer selbstständigen Behandlung dringend abgesehen werden. Feigwarzen sind sehr leicht übertragbar. Hier reicht schon das Berühren der Feigwarzen bei einer selbstständigen Behandlung mit dem Finger. Bei anschließendem Kontakt mit anderen Körperstellen kann es zu einer Ausbreitung kommen. Daher ist das Aufsuchen eines Arztes für die Behandlung der Feigwarzen unerlässlich.

Bei der Wahl des Arztes stehen viele unterschiedliche Ansprechpartner der betroffenen Person zur Verfügung. Die meisten Frauen gehen bei einem Verdacht auf Feigwarzen zu ihrem Frauenarzt. Männer hingegen wählen den Urologen für die Behandlung aus. Aber auch der Hautarzt kann bei einem Befall mit Feigwarzen helfen. Diese sind für solche Fälle speziell geschult worden und ebenfalls ein guter Ansprechpartner bei Feigwarzen.

Grundsätzlich erkennt der jeweilige Mediziner auf den ersten Blick, ob es sich um einen Befall mit Feigwarzen handelt. Dabei nimmt dieser nicht nur den Genital- und Afterbereich in Augenschein, sondern auch die umliegenden Körperregionen. Nur so kann der Mediziner einen großflächigen Befall mit Feigwarzen ausschließen. Hierzu wird dieser bei Frauen zusätzlich die Scheide und den Gebärmutterhals untersuchen. Bei Männern hingegen wird besonders auf den Bereich unter der Vorhaut und der Hahnröhre geschaut. Sollte sich der Arzt dennoch nicht bei einer Diagnose von Feigwarzen sicher sein, kommt ein Essigsäuretest zum Einsatz. Mit Essigsäure bestreicht der Arzt die Stellen, die womöglich mit den Feigwarzen infiziert sind. Die Stellen der Haut, die mit Feigwarzen befallen sind, verfärben sich bei diesem Test weiß. Der Test ist absolut schmerzfrei und gibt dem Mediziner ein eindeutiges Ergebnis.

Weitere Untersuchungsmethoden für eine Diagnose von Feigwarzen

Um die Scheide und die Gebärmutter besser auf Feigwarzen untersuchen zu können, kommt ein Mikroskop zum Einsatz. Hingegen werden der innere Analbereich und ein kleines Stück des Enddarms mit Hilfe des Fingers untersucht. Hierdurch kann der Arzt genau ertasten, ob sich auch Feigwarzen in diesen Gebieten ausgebreitet haben. Sollte dies allerdings nicht zu einem eindeutigen Ergebnis führen, ist eine Enddarmspiegelung notwendig. Diese Spiegelung wird dabei aber von einem Facharzt für den Magen- und Darmbereich durchgeführt.

Wenn auch mit Hilfe dieser Untersuchungsmethoden keine eindeutige Diagnose der Feigwarzen gestellt werden kann, gibt es noch einige weitere Methoden, die dem Arzt bei der Findung der Diagnose helfen können. Hier kommt zum Beispiel ein Abstrich in Frage. Hierzu streicht der Arzt mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen Bürste über die kleinen Knötchen, bei denen es sich wahrscheinlich um Feigwarzen handelt. Diese Probe wird anschließend im Labor gründlich untersucht. Dabei wird häufig ein Labor ausgewählt, dass sich auf Zelluntersuchungen spezialisiert hat. Das Labor kann dabei nicht nur feststellen, dass es sich um Feigwarzen handelt. Auch eine genaue Bestimmung der Typen der humanen Papillomaviren kann erfolgen.

Des Weiteren kann auch eine Gewebeprobe Aufschluss über einen Befall mit Feigwarzen geben. Die Entnahme der Gewebeprobe erfolgt dabei unter einer örtlichen Betäubung. Dabei wird dieses direkt aus der möglichen Feigwarze entnommen oder ein Teil der Haut, die womöglich befallen ist, wird herausgetrennt. Diese Untersuchungsmethoden zur Feststellung einer Feigwarze werden aber meist nur bei Verdacht eines Tumors durchgeführt. Diese Untersuchungen sind nämlich sehr kostspielig und meist ist eine eindeutige Bestimmung der Feigwarzen schon auf den ersten Blick möglich.

Behandlung einer Feigwarze- Schnell wieder zur Beschwerdefreiheit!

Für eine Behandlung der Feigwarzen kommen unterschiedliche Präparate in Frage. Äußere Feigwarzen kann die betroffene Person dabei selber behandeln. Hierzu verschreibt der Arzt Lösungen oder Cremes mit dem Wirkstoff Podophyllotoxin. Alternativ kommen auch Cremes zum Einsatz, die Epigallocatechingallat oder Imiquimod enthalten.

Podophyllotoxin sorgt dafür, dass der Virus in der Zelle abstirbt. Hierbei sorgt die Substanz dafür, dass sich die Zellen der Feigwarzen nicht mehr teilen können. Epigallocatechingallat hingegen wird in einer sehr hohen Dosis angewendet. Auch diese Substanz sorgt dafür, dass sich die Feigwarzen wieder zurückbilden. Epigallocatechingallat ist dabei ein Arzneistoff aus grünem Tee. Die Substanz Imiquimod regt das Immunsystem der Haut an. Diese produziert vermehrt Immunzellen, die den Erreger angreifen. Die Feigwarzen sterben ab.

Dabei ist sehr wichtig, dass die betroffenen Personen diese Medikamente regelmäßig über mehrere Wochen auftragen. Falls es in dieser Zeit zu unangenehmen Hautreizungen kommen sollte, ist Rücksprache mit dem betreuenden Arzt zu halten.

In einigen Fällen kommt eine eigenständige Behandlung nicht in Frage. Dies betrifft besonders die Fälle, in denen die Feigwarze nicht äußerlich erkennbar ist. Handelt es sich zum Beispiel um kleine Feigwarzen an den Schleimhäuten der Vagina oder des Analkanals so wird Trichloressigsäure eingesetzt. Diese lässt die Feigwarzen absterben. Hierzu wird die Säure auf die Feigwarzen getupft. Dies muss in einem wöchentlichen Abstand vom jeweiligen Arzt wiederholt werden. Feigwarzen sind nur durch eine regelmäßige Behandlung zu entfernen. Dies sollte nicht unterschätzt werden, da diese sonst schnell erneut auftreten können.

Vorbeugung einer Feigwarze

Feigwarzen werden meist durch einen direkten Hautkontakt oder durch eine Schmierinfektion übertragen. Dies geschieht grundsätzlich durch einen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Wenn sich die Feigwarzen daher nur am Penis oder an der Vagina befinden, kann ein Kondom häufig einen sicheren Schutz bieten. Nur wenn die Feigwarzen sich an einer anderen Stelle des Intimbereichs befinden, bieten Kondome keinen Schutz. Hier sollten Sie direkten Hautkontakt mit der betroffenen Person dringend vermeiden. Dies gilt auch für die Benutzung von gemeinsamen Bade- und Handtüchern.

Nur eine Impfung kann Ihnen schließlich einen fast sicheren Schutz bieten. Diese Impfung dient dabei eigentlich der Vorbeugung von Gebärmutterkrebs. Dennoch kann durch die Impfung auch einer Ansteckung mit humanen Papillomaviren der Typen 6, 11, 16 und 18 entgegengewirkt werden.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Impfung nur vor einer Ansteckung dieser vier Typen schützt. Es gibt aber wesentlich mehr humane Papillomaviren. Daher sollten die Feigwarzen immer ärztlich behandelt werden.