Kondome beim Geschlechtsverkehr

Feigwarzen/Dellwarzen: Schutz durch Kondome

Wie wichtig der Schutz beim Geschlechtsverkehr ist, zeigt ein Blick auf die verschiedenen Erkrankungen, die man sich zuziehen kann, wenn man beim Geschlechtsverkehr keine Kondome verwendet. Zu den häufigsten Erkrankungen, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können, zählen Warzenerkrankungen wie Feigwarzen, die nur schwer für Laien zu erkennen sind, weshalb noch stärker auf Schutz beim Geschlechtsverkehr durch ein Kondom Wert gelegt werden sollte. Ebenso ansteckend und störend sind die Dellwarzen, die äußerlich den Feigwarzen ähneln.

Beide Arten der Warzenerkrankungen können durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ohne Kondome begünstigt werden. Gerade der Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern ist besonders risikoreich. Wie Sie sich beim Geschlechtsverkehr vor Feigwarzen und Dellwarzen optimal schützen und wie beide Erkrankungen beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, soll Ihnen im Folgenden erläutert werden.

Feigwarzen allgemein

Zu einer der häufigsten und gleichzeitig auch schwerwiegendsten Erkrankungen, die man sich beim Geschlechtsverkehr zuziehen kann, gehören die Feigwarzen, die man auch Genitalwarzen nennt. Diese Art der Warzen gilt deshalb als besonders heimtückisch und gefährlich, da man sie nicht in jedem Fall sofort als solche erkennen kann. Dennoch stecken sich in Europa besonders viele Menschen durch den Geschlechtsverkehr mit dieser Art Warzen an.

Nicht bei jedem brechen die Warzen auch aus, jedoch sind sie hochgradig ansteckend, sodass man beim Geschlechtsverkehr, und sei es einmalig, mit großer Wahrscheinlichkeit an den Warzen erkranken kann. Feigwarzen können eine gewisse Zeit nach der Ansteckung unbemerkt bleiben. Dennoch sind die Warzen schon in diesem Stadium ansteckend und können beim Geschlechtsverkehr ohne Kondom ungehindert übertragen werden.

Ansteckung/Übertragung von Warzen beim Geschlechtsverkehr

Die Warzen werden beim Geschlechtsverkehr ohne Kondom durch das humane Papillomvirus (HPV) übertragen. Von diesem Virus existieren insgesamt etwa 90 bekannte Typen. Nicht alle dieser Typen führen zu einer Infizierung mit den Feigwarzen. Nachgewiesen werden konnte, dass rund 50 Typen ursächlich für eine Infizierung mit den Warzen sind. Wenn Sie sich beim Geschlechtsverkehr ohne Kondom einmal mit diesem Virus infiziert haben, können Sie an sich immer wieder die für die Warzen typischen Symptome wie Jucken oder Stechen im Genitalbereich bemerken, ohne dabei auf den Gedanken zu kommen, sich mit den Warzen infiziert zu haben.

Da ein starkes Immunsystem mitunter zu einer Schwächung der sichtbaren Symptome führen kann, wenden sich viele Betroffene nicht an einen Arzt, da sie nicht von einer Erkrankung ausgehen. Die Warzen können noch Jahre nach einer Ansteckung ausbrechen. Hier kann eine andere Erkrankung der Haut, wie Entzündungen oder Verletzungen der Haut, dazu führen, dass die Warzen an Penis, Vagina oder After sichtbar werden. Die Warzen nisten sich zunächst in den oberen Hautflächen und der Schleimhaut ein. Erst, wenn sich die Warzen bereits voll entwickelt haben, werden sie deutlich sichtbar. Das macht diese Art der Warzen so heimtückisch und gefährlich für den Partner und auch den Betroffenen selbst.

Symptome von Warzen im Genitalbereich

Bereits sichtbare Warzen erkennen Sie daran, dass sich im Genitalbereich weiße, fleischfarbene oder graue Warzen bilden, deren Größe schwanken kann. Was ihnen aber allen gemein ist, sind die Form und das Aussehen sowie Verbreitungsverhalten der Warzen. Bei Männern bilden sich um und an dem Penis sowie der Afterregion geschwulstartige, häufig sogar mehrfach dicht nebeneinander auftretende Warzen, die kleiner oder größer sein können. Bei Frauen sehen diese genauso aus und treten oftmals auf den Schamlippen, um die Scheidenöffnung herum oder direkt in der Scheide auf. Die Warzen können sogar im Gebärmutterhals auftreten, was ein Erkennen dieser sehr schwierig macht. Allerdings gibt es Symptome, die sie enttarnen. So kann regelmäßiges Bluten nach dem Geschlechtsverkehr ein Indiz für eine Erkrankung an den Warzen sein.

Behandlung von Feigwarzen

Ist man einmal beim Geschlechtsverkehr an den Warzen erkrankt, bestehen Möglichkeiten, diese medikamentös zu behandeln. Die Behandlung der Warzen sieht vor, dass Sie über mehrere Wochen bestimmte Cremes verwenden müssen, die zu einer Abheilung der Warzen führen. Diese Cremes zur Abheilung der Warzen enthalten einen der folgenden drei Wirkstoffe: Imiquimod, Interferon oder Podophyllotoxin.

Bei dem Wirkstoff Imiquimod handelt es sich um einen vom Arzt selbst verordneten Wirkstoff, der bei einer Ansteckung durch Geschlechtsverkehr vom Arzt verschrieben wird. Sie müssen die verschriebene Creme dann in der Regel etwa über einen Zeitraum von bis zu 16 Wochen mehrmals in der Woche auf die Warzen auftragen. Die Heilung setzt nach etwa 2 Wochen ein. Durch die Anwendung auf den Warzen wird das Immunsystem angeregt und bekämpft die Warzen selbständig.

Es besteht in seltenen Fällen auch die Möglichkeit, die Warzen alleine abheilen zu lassen. Dies kann jedoch nur ein fachkundiger Arzt feststellen. Daher sollten Sie zeitnah nach der Entdeckung der Warzen einen Arzt aufsuchen und das weitere Vorgehen mit diesem abzusprechen. Eine vollständige Heilung kann bei keiner Behandlungsmöglichkeit garantiert werden, auch wenn die äußeren Symptome verschwinden und die Warzen so weit zurückgehen, dass sie nicht mehr gesehen werden können oder Narben hinterlassen.

Schutz vor Warzen durch Kondome

Da das humane PapillovVirus, das die Feigwarzen verursacht, sehr weit verbreitet ist, infizieren sich beinahe die Hälfte aller Frauen und Männer einmal im Leben mit diesen Warzen. Hieran muss nicht immer der ungeschützte Geschlechtsverkehr ohne Kondom verantwortlich sein. Aufgrund der vielseitigen Ansteckungsmöglichkeiten mit den Warzen und der nicht immer eindeutigen Symptome, kann eine infizierte Person unwissentlich viele andere Menschen beim Geschlechtsverkehr anstecken. Allerdings muss es erst gar nicht so weit kommen. Indem Sie beim Geschlechtsverkehr immer ein Kondom verwenden, können Sie eine Ansteckung minimieren, wenn auch nicht ganz ausschließen.

Die Feigwarzen werden durch Hautkontakt und die Flüssigkeiten beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sollten Sie oder der betroffene Partner am Penis oder der Scheide Feigwarzen haben, so kann die Verwendung eines Kondoms dazu führen, dass die betroffenen Hautpartien nicht berührt werden und es so zu keiner Ansteckung für Sie kommt. Dennoch bietet das Kondom in diesen Fällen nur Schutz vor den Möglichkeiten der Übertragung beim Geschlechtsverkehr an den sichtbar erkrankten Hautstellen. Einen umfassenden Schutz leistet das Kondom hier jedoch nicht, da man nicht alle Hautstellen, die von den Warzen betroffen sind, auch als solche in jedem Fall identifizieren kann.

Die Warzen können darüber hinaus in seltensten Fällen auch im Mundbereich auftreten. In derartigen Fällen hilft Ihnen das Kondom beim Geschlechtsverkehr nicht direkt vor einer Ansteckung mit den Warzen vorzubeugen. Hinsichtlich des Oralverkehrs kann Sie ein Kondom jedoch schützen, da der Penis hier nicht direkten Kontakt mit der Haut des Partners hat und die Warzen so nicht übertragen werden. Da Feigwarzen auch unbemerkt in der Scheide auftreten können und es in diesem Fall fast unmöglich für die Frau ist, diese Warzen zu erkennen, ist die regelmäßige Verwendung eines Kondoms aufgrund der minimierenden Ansteckungsgefahr durch das Kondom beim Geschlechtsverkehr unbedingt zu empfehlen.

Schwangere Frauen sollten sich verstärkt daran halten, da Feigwarzen an das ungeborene Kind bei der Geburt übertragen werden können. Das Neugeborene könnte in diesem Fall am Körper und an den Schleimhäuten die Warzen aufweisen. Sollten Sie einmal an Feigwarzen erkrankt und geheilt worden sein, sollten Sie zukünftig beim Geschlechtsverkehr immer auf die Verwendung eines Kondoms achten. In vielen Fällen kann der Auslöser der Warzen selbst, das humane Papillomvirus, nicht vollständig aus dem Körper beseitigt werden. Ein Schutz durch Kondome ist daher ratsam.

Dellwarzen (Mollusca contagiosa) allgemein

Diese Art der Warzen ist im Allgemeinen weniger bekannt, dabei aber ebenso hochgradig ansteckend. Es handelt sich hierbei um eine, anders als bei den Feigwarzen, gutartige Veränderung der Haut. Das macht diese Warzen jedoch keineswegs weniger unangenehm für den, der sich mit ihnen ansteckt. Die Warzen werden beim Hautkontakt, folglich auch Geschlechtsverkehr, übertragen. Die Warzen können jedoch auch auf indirekte Weise übertragen werden, beispielsweise durch die Benutzung von gemeinsamen Handtüchern, der Toilette oder anderen Gebrauchsgegenständen, die direkt vom einen Partner zum anderen gereicht werden. Der Geschlechtsverkehr bietet dabei aber die größte Wahrscheinlichkeit, dass Sie an Dellwarzen erkranken.

Aussehen/Symptome von Dellwarzen

Die Warzen selbst werden von Laien häufig zunächst für Feigwarzen gehalten, da diese sehr viel bekannter sind. Man kann die Warzen aber deutlich von Feigwarzen unterscheiden, da Dellwarzen eher perlenartig und stecknadelförmig aussehen. Zudem sind sie meistens sehr hell, eher weiß, gelblich oder hellrot. Auch die Größe kann variieren. Dellwarzen sind meist zwischen einem bis fünf Millimeter groß. Wer sich einmal angesteckt hat, bei dem bilden sich nach einigen Wochen oder manchmal sogar erst nach Monaten im Genitalbereich die ersten Warzen. Die Warzen können aber auch am Gesäß entstehen.

Da sie anders als die Feigwarzen keine Schmerzen verursachen, werden sie von den Betroffenen in den meisten Fällen zunächst nicht als gefährlich eingestuft. Mit zunehmender Vermehrung an den betreffenden Körperstellen wie Genitalbereich, Oberschenkel, Gesäß und Bauch sowie einem zeitweise immer wiederkehrenden Juckreiz an diesen Stellen, steigt die Gewissheit, dass es sich bei den Warzen um Dellwarzen handeln muss. Auch die für diese Art der Warzen charakteristische Delle in der Mitte der Warzen ist ein Hinweis für eine Erkrankung an Dellwarzen. Wie bei allen Erkrankungen sollte bei Verdacht auf eine Ansteckung ein Arzt konsultiert werden, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.

Behandlung von Dellwarzen

Dellwarzen bedürfen nicht in jedem Fall einer medizinischen Behandlung. Wenn man die Warzen nicht aufkratzt, heilen sie in der Regel nach einiger Zeit von selbst ab. Sollten die Warzen sich jedoch ausbreiten und zu größeren Beschwerden führen, müssen sie medizinisch behandelt werden. Es gibt eine Vielzahl an Salben, Cremes oder Lösungen, die auf die Warzen aufgetragen werden und den Heilungsprozess anregen. Auch anderweitige Behandlungsmöglichkeiten wie das chirurgische Entfernen der Warzen ist eine Option.

Je nach Dichte der Warzen können diese unter einer örtlichen Betäubung oder gegebenenfalls Vollnarkose mithilfe einer speziellen Pinzette entfernt werden. Auch können die Warzen mittels einer Laserbehandlung entfernt werden, obwohl dies eher seltener vorgenommen wird, da die Heilung der Warzen durch die Verwendung und das Auftragen von Cremes oder Salben vollkommen ausreichend ist, um die Warzen zu beseitigen.

Vorbeugen einer Ansteckung durch Kondome

Da Dellwarzen auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, ist ein Schutz nur dann gegeben, wenn der betroffene Partner die Warzen und Hautstellen, die von den Warzen betroffen sind, gut abdeckt. Dies können Sie beispielsweise mit einem Pflaster tun. Auf keinen Fall darf es zum Hautkontakt mit den Warzen kommen, da dies die Ansteckungsgefahr erheblich maximiert. Die Verwendung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr kann Sie vor einer Ansteckung schützen. Auch ein gutes Immunsystem trägt dazu bei, das Risiko einer Ansteckung zu senken.

Ein Kondom ist in jedem Fall ratsam, wenn Ihr Immunsystem aufgrund von Stress oder anderen Erkrankungen geschwächt ist. Auch Geschlechtsverkehr mit unbekannten Personen, deren Gesundheitszustand Ihnen unbekannt ist, sollte stets mit einem Kondom erfolgen. Wenn Sie an Ihrem Partner Haustellen im Genitalbereich oder an Armen, Beinen und am Hals erkennen, die Dellwarzen aufweisen, versuchen Sie, diese Stellen nicht zu berühren. Ein Kondom schützt sie zwar vor einer Ansteckung durch den Penis oder die Vagina, aber andere Körperstellen, die von Dellwarzen betroffen sind, können bei Berührung nach wie vor zu einer Ansteckung führen. Da hilft auch ein Kondom in der Regel nicht.

Gewiss schützt die Verwendung von Kondomen generell vor sexuell übertragbaren Krankheiten, zu denen auch AIDS oder Genitalherpes zählen. Kondome sollten daher immer verwendet werden, wenn Sie Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner haben. Allerdings ist hier auch die richtige Verwendung des Kondoms ausschlaggebend, ob ein Schutz bestehen kann oder nicht. Kondome sollten immer passgenau sein. Das schützt vor einem Verrutschen des Kondoms während des Geschlechtsverkehrs. Hinzu kommt, dass das Kondom eine bestimmte Haltbarkeit hat. Diese Haltbarkeit des Kondoms sollte vor dem Geschlechtsverkehr überprüft werden. Das Kondom muss in jedem Fall vor dem ersten Eindringen in die Scheide oder den Po übergestreift werden.

Da beide Warzenerkrankungen, über die Sie hier gelesen haben, auch durch Oralverkehr übertragen werden können, muss das Kondom nicht nur beim Geschlechtsverkehr mit Penetration verwendet werden, sondern auch beim Oralverkehr. Nach dem Geschlechtsverkehr sollte das Kondom schnell und sauber entfernt werden, ohne dass ein Kontakt des Inhalts des Kondoms mit der Haut zustande kommt. Das Kondom sollte schnell entsorgt und der Penis gut mit Wasser und Seife gereinigt werden, um Spuren von Sperma zu beseitigen. Wenn Sie oder Ihr Partner Anzeichen von Dellwarzen oder Feigwarzen auf dem Penis erkennen können, muss sichergestellt werden, dass diese Stellen nicht berührt werden, nachdem das Kondom vom Penis entfernt wurde.

Die beste Vorsorge gegen eine Warzenerkrankung wie Feigwarzen oder Dellwarzen ist immer noch eine gute Selbstbeobachtung. Sofern Sie schon einmal einen starken Juckreiz im Genitalbereich verspürt haben oder Warzen, die der obigen Beschreibung ähneln, an ihrem Körper entdeckt haben, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf, der die Warzen untersucht.