Biopsie

Warzen haben vor allem in der Dermatologie eine zentrale Rolle inne. Denn häufig ist es die Haut, die von Feigwarzen, Dornenwarzen, Pinselwarzen oder anderen Unterarten von Warzen befallen wird. Allerdings treten Warzen bei Weitem nicht nur in der Dermatologie auf – da sie auch an den Schleimhäuten auftreten können, sind Warzen auch Gegenstand in den medizinischen Fachrichtungen der Urologie und der Gynäkologie. Beim Krankheitsbild der Warzen handelt es sich dabei meistens um eine Wucherung auf der Haut (oder auf den Schleimhäuten), die durch verschiedenste Ursachen (Infektionsquellen) ausgelöst werden. Welche Ursache der Warzenbildung jedoch vorliegt, das entscheidet darüber, wie man diese am besten behandelt.

Zur Bestimmung der Ursache kommt meistens eine Biopsie und somit eine Entnahme einer Gewebeprobe und eine feingewebliche Untersuchung zum Einsatz. Denn durch eine Biopsie und eine Gewebeprobe lässt sich meistens nicht nur herausfinden, um welche Infektionsart es sich bei der vorliegenden Warze handelt. Der behandelnde Mediziner kann durch eine Biopsie und durch eine feingewebliche Untersuchung auch die weiterführende Behandlung optimieren. Doch wie genau geht man bei einer Biopsie vor? Was versteht man unter einer Gewebeprobe? Und wie werden die Ergebnisse der Biopsie beurteilt?

Definition: Was versteht man unter einer Biopsie und einer Gewebeprobe?

Warzen: Meistens verbergen sich hinter den kleinen Geschwülsten auf der Haut gutartige Veränderungen, denen jedoch eine Infektion oder eine andere Ursache zugrunde liegt. Dennoch können Warzen immer auch ein Symptom und Anzeichen einer anderen, nicht sichtbaren, Erkrankung sein. Um diese auszuschließen und um die Warze so gut und gezielt wie möglich behandeln zu können, ist es in den meisten Fällen sinnvoll, Gewebe oder Zellen aus dem betroffenen Bereich der Haut zu entnehmen und dieses genau zu untersuchen. Die Entnahme einer solchen Hautprobe bezeichnet man in der Medizin als Biopsie oder als Entnahme einer Gewebeprobe – und die wird in der Regel durch eine feingewebliche Untersuchung ausgewertet. Umgangssprachlicher könnte man die Biopsie also durchaus auch als Entnahme der Gewebeprobe und die folgende feingewebliche Untersuchung als Auswertung bezeichnen.

Natürlich kommen eine Biopsie und eine feingewebliche Untersuchung bei Weitem nicht nur bei der Diagnose und Behandlung von Warzen vor. Auch bei Befunden wie Knoten in der Brust, bei Veränderungen der Schleimhaut (Blase, Gebärmutter, Magen und auch Darm), bei auffälligen Tastbefunden der Prostata, bei Knoten in der Schilddrüse und bei anderweitigen unklaren Veränderungen der Haut kommen oft eine Gewebeprobe und eine feingewebliche Untersuchung zum Einsatz, um durch die Biopsie die genaue Ursache der vorliegenden Gewebeveränderung oder der nicht sichtbaren Hintergründe abzuklären.

Die Biopsie ist jedoch, ihres umfangreichen Einsatzgebietes wegen, nur sehr bedingt in ein medizinisches Schema einteilbar. Denn es gibt nahezu ebenso viele Verfahren der Biopsie, wie es mögliche Gründe gibt, die eine feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe notwendig machen. Welches Verfahren der Biopsie und so der Gewebeprobe in welcher vorliegenden Situation am sinnvollsten ist, das lässt sich immer nur ganz individuell klären – am besten mit dem behandelnden Arzt. Denn auch bei einer Warze, oder bei einem großflächigen Warzenbefall, kommt es bei der Wahl des richtigen Verfahrens der Biopsie und der anschließenden Untersuchung darauf an, welcher Körperteil in welchem ersichtlichen Ausmaß betroffen ist. Zudem kommt es immer auch auf die Fragestellung an, die durch die Gewebeprobe und durch die feingewebliche Untersuchung geklärt werden soll. Das bedeutet aber auch, dass in nur einem Verfahren der Diagnose und der Biopsie mehrere Methoden der Biopsie zum Einsatz kommen müssen. In erster Linie kann es sich beispielsweise um die Art der Gewebeprobe handeln, die entnommen werden soll: Eine feingewebliche Untersuchung kann nur das Warzengewebe oder auch nur die umliegende Haut oder Schleimhaut betreffen.

In manchen Fällen reicht es für eine umfangreiche feingewebliche Untersuchung durchaus aus, bei der Biopsie eine Gewebeprobe mit nur wenigen Zellen zu entnehmen und zu begutachten. Dieses Verfahren der Entnahme einer Gewebeprobe nennt man in der Medizin und in der Methodik der Biopsie Zytologie. Allerdings kann ein genauer Befund bei einer Biopsie oft nur an einem vollständigen Zellverband (Gewebestück) ausgemacht werden. Die feingewebliche Untersuchung einer solchen Gewebeprobe bezeichnet man als Histologie. Und natürlich kommen für die feingewebliche Untersuchung, je nachdem ob einzelne Zellen oder eine vollständige Gewebeprobe entnommen werden soll, verschiedene Verfahren der Biopsie infrage. Der weitere Vorgang ist bei einer Biopsie und Gewebeprobe jedoch stets derselbe: Nach der Entnahme wird die Gewebeprobe durch eine feingewebliche Untersuchung unter die Lupe genommen.

Von der Gewebeprobe über die feingewebliche Untersuchung zur genauen Diagnose

Grundlegend kann die Zell- oder Gewebeentnahme der Biopsie ambulant in einer geeigneten Arztpraxis erfolgen: zum Beispiel beim Hautarzt, aber auch beim Gynäkologen oder Urologen, wenn sich die Warze oder das befallene Gewebe auf oder an den Schleimhäuten der Geschlechtsteile befindet. Die Entnahme der Gewebeprobe läuft bei der Biopsie meistens relativ unkompliziert und schmerzlos ab. Häufig reicht bei der Biopsie bereits eine leichte örtliche Betäubung aus, um eine Gewebeprobe zu entnehmen. Eine tatsächliche Narkose (Kurznarkose) ist bei einer Biopsie und einer Gewebeprobe nur in seltenen Fällen notwendig.

Auch diese Eingriffe der Biopsie und der Gewebeprobe können die meisten Patienten jedoch ambulant durchführen lassen. Allerdings ist man bei einer Kurznarkose während der Biopsie über mehrere Stunden hinweg sediert und daher nicht in der Lage Auto zu fahren, zu arbeiten oder allein nach Hause zu gehen. Man sollte sich also am Tag der Biopsie und der Gewebeprobe einen Tag freinehmen oder krankschreiben lassen und durch eine Begleitung dafür sorgen, dass man nach der Entnahme der Gewebeprobe unbeschadet nach Hause kommt.

Nicht immer ist der behandelnde Arzt für eine Biopsie und eine Entnahme der Gewebeprobe ausreichend ausgestattet. In diesem Fall der Biopsie überweist der Mediziner in der Regel zur Gewebeprobe zu einem Facharzt – beispielsweise an einen Chirurgen. Die meisten Hautärzte und zahlreiche Gynäkologen können eine kleine Biopsie und eine Entnahme der Gewebeprobe heutzutage aber selbst durchführen. Hinzu kommen unzählige Internisten und weitere Fachärzte (etwa der Hausarzt), die über eine spezielle Zusatzqualifikation und die notwendige Ausrüstung verfügen und demnach in der Lage sind, eine kleine Gewebeprobe im Rahmen einer Biopsie direkt in der Praxis zu entnehmen und für eine feingewebliche Untersuchung in ein Labor einzuschicken. Das liegt daran, dass ein großer Teil der Warzen, die sich auf der Haut oder auf den Schleimhäuten bilden, zu kleineren und nahezu unbedenklichen Eingriffen der Biopsie und Gewebeprobe zählen.

In seltenen, aber drastischen Fällen, etwa bei einer großflächigen Biopsie und Gewebeprobe, kann jedoch auch ein stationärer Eingriff und Krankenhausaufenthalt notwendig werden. Bei einem reinen Warzenbefall kommt dies aber äußerst selten vor. Wichtig ist in diesem speziellen Fall der Biopsie und der Gewebeprobe aber auch, ob eine Narkose notwendig ist und wie der Patient diese voraussichtlich überstehen wird. Hierüber entscheidet der gesundheitliche Zustand, aber auch das Alter des Patienten. Des Weiteren kann man den genauen Ablauf der Biopsie und Gewebeprobe durch verschiedene Voruntersuchungen planen und überdenken. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein umfangreiches Blutbild, welches eigentlich vor jeder Gewebeprobe gemacht wird. Zudem wird der behandelnde Arzt vor der Gewebeprobe und Biopsie ein ausführliches Vorgespräch führen.

Wie lange die Biopsie und die Entnahme der Gewebeprobe dauern, das hängt von der verwendeten Technik, vom Umfang des Eingriffs aber auch vom Körperteil oder Organ ab, auf oder an dem sich die Warze befindet. Normalerweise kann der behandelnde Arzt jedoch bereits beim Vorgespräch genauere Hinweise darüber geben, wie lange der Patient für die Biopsie, die Entnahme der Gewebeprobe und für die Genesungszeit einplanen soll: Und er klärt auch über eventuelle Komplikationen auf, die wie bei jedem operativen Eingriff auch bei einer entnommenen Gewebeprobe und Biopsie vorliegen. Außerdem wird der behandelnde Arzt ebenfalls detailliert darüber aufklären, wie man sich in den Tagen oder Stunden vor und nach der Biopsie und Gewebeprobe verhalten sollte.

Eine Frage der Gewissheit: die feingewebliche Untersuchung

Die Gewebeprobe, die durch die Biopsie entnommen wird, sendet der behandelnde Arzt in der Regel immer an ein Labor. Denn um eine feingewebliche Untersuchung der Gewebeprobe durchführen zu können, muss man auf die Auswertung von Biopsiematerial spezialisiert sein. Dafür wird eine ganze Reihe von technischen Gerätschaften benötigt, über die ein Facharzt nicht verfügen kann. Nur in den seltensten Fällen ist es diesem möglich, vor Ort und in seiner Praxis eine feingewebliche Untersuchung durchzuführen und über den Befund zu entscheiden. Dazu ist eine feingewebliche Untersuchung einfach zu komplex. Im Labor ist es den dort befindlichen Spezialisten jedoch möglich, eine umfassende feingewebliche Untersuchung durchzuführen.

Bei diesen Spezialisten handelt es sich übrigens meistens um Pathologen und um speziell ausgebildete technische Assistenten. Um die feingewebliche Untersuchung durchzuführen, stehen dem Labor bei der Auswertung der Biopsie verschiedene Methoden und Techniken zur Verfügung. Welche Techniken jedoch für den Einzelfall und daher für die jeweils vorliegende Gewebeprobe und feingewebliche Untersuchung passend sind, das wird immer ganz individuell entschieden.

Je nach vermutetem Befund kann die Gewebeprobe beispielsweise konserviert und in kleine Gewebeschnitte zerlegt werden. Anschließend wird das Gewebe meistens eingefärbt, um die Zellen und eventuelle Veränderungen besser erkennen zu können. Allerdings kann es auch sein, dass eine Gewebeprobe nur teilweise verwendet wird oder dass man mehrere Verfahren für eine feingewebliche Untersuchung anwendet. Die feingewebliche Untersuchung richtet sich immer nach der jeweiligen Fragestellung, die der Notwenigkeit einer Biopsie zugrunde liegt.

Nach der Zerlegung und Vorbereitung der vorliegenden Gewebeprobe folgt eine feingewebliche Untersuchung der Gewebeprobe. Die feingewebliche Untersuchung umfasst verschiedene mikroskopische und molekularbiologische Verfahren und Tests, die genaue Informationen über die Eigenschaften des Gewebes und der Zellen liefern. Erst wenn die Untersuchungsergebnisse in Gänze vorliegen, lassen sich gutartige Veränderungen des Gewebes von bösartigen unterscheiden. Zudem kann man durch die feingewebliche Untersuchung oft auch die Ursache der Zell- und Gewebeveränderung diagnostizieren.

Anhand dieser Erkenntnisse lassen sich in der Medizin beispielsweise krebsartige Geschwüre und Wucherungen erkennen. Bei Warzen kann man durch die feingewebliche Untersuchung hingegen sehr oft die genaue Ursache der Wucherung festlegen. Dadurch kann man diese durch eine Biopsie und feingewebliche Untersuchung der Gewebeprobe besser behandeln und manchmal auch einem erneuten Aufkommen des Warzenbefalls oder einer Streuung entgegenwirken.

Wie lange es dauert, bis dem behandelnden Facharzt der Befund, der durch die Biopsie und durch die feingewebliche Untersuchung ermittelt wurde, vorliegt, das hängt stets von mehreren verschiedenen Faktoren ab – auch wenn es um eine feingewebliche Untersuchung einer Warze geht. Hier kommt es darauf an, wo sich das Labor befindet, in dem die feingewebliche Untersuchung durchgeführt wird. Meistens handelt es sich hier um Labore in unmittelbarer Nähe der Praxis des Arztes. Zum Beispiel in der Stadt oder in den Nachbarstädten. Je nachdem, welcher Befund vermutet wird, kann es aber sein, dass ein besser spezialisiertes Labor beauftragt werden muss. Ist dass der Fall, muss man die Zeit des Versands hinzurechnen.

Durchschnittlich dauert es daher zwischen zwei und zehn Tagen, bis die genauen Untersuchungsergebnisse vorliegen. Und: In seltenen Fällen wird, zur Sicherheit und zur Abklärung, eine zweite Gewebeprobe der Biopsie für eine weitere feingewebliche Untersuchung an ein zweites Referenzlabor, gesendet.

Die Beurteilung der Ergebnisse ist Sache des behandelnden Arztes?

Das Ergebnis der Biopsie und einer Gewebeprobe wird in der Regel durch die feingewebliche Untersuchung ermittelt und durch den behandelnden Arzt ausgewertet. Denn nur er kann, anders als die Pathologen, die die feingewebliche Untersuchung vornehmen, die auf dem Papier befindlichen Untersuchungsergebnisse mit dem vorliegenden Befund vergleichen, den er durch eine Besichtigung der Warze oder der Hautveränderung feststellt. Dennoch ist ein verlässliches Ergebnis der Biopsie für eine genaue Diagnose und eine eventuelle weitere Behandlung enorm wichtig. Denn Warze ist nicht gleich Warze und nicht immer ist es mit einem einfachen Entfernen der Wucherung getan. Sogenannte Viruswarzen setzen oft beispielsweise eine Entfernung und eine weitere Therapie voraus. Ansonsten könnte es, je nach Auslöser, zu einer erneuten Warzenbildung oder zu einer Streuung kommen. Das Ziel der Biopsie und Therapie ist es in solchen Fällen also nicht nur, die vorliegende Warze zu entfernen, sondern auch die eventuelle Ursache zu bestimmen und im besten Fall zu behandeln.

Zudem gibt es weitere Fälle, in denen eine Biopsie und eine feingewebliche Untersuchung notwendig werden, um durch eine Gewebeprobe eine genaue Diagnose stellen zu können. Manche Warzen wie etwa Alterswarzen können schnell mit anderen Haut- und Gewebewucherungen verwechselt werden. Deshalb reicht eine rein visuelle Bewertung der Wucherung in den meisten Fällen nicht aus, um eine nachhaltige Behandlung einleiten zu können. Hinzu kommt der Sachverhalt, dass eine gemeine Warze bei älteren Patienten differenzialdiagnostisch nicht nur von der Alterswarze, sondern auch vom pigmentierten Leberfleck (Nävus) unterschieden werden muss. Denn bei einem Nävus handelt es sich um einen Hauttumor, der zwar warzenförmig aussieht, der aber anders als eine gewöhnliche Warze zu einem bösartigen Hauttumor (Melanom) entarten kann.

Zudem ist auch die Dornenwarze, die sich an den Fußsohlen bildet und sozusagen nach innen wuchert, nicht immer eindeutig als Warze identifizierbar. Denn was wie eine Dornenwarze aussieht, kann durchaus auch eine druckbedingte Verdickung der Hornhaut (Keratose) oder ein deformiertes Hühnerauge sein. Zuletzt sollen auch Infektionen durch eine Biopsie und durch eine feingewebliche Untersuchung ausgeschlossen werden, die selbst für einen erfahrenen und spezialisierten Mediziner nicht mit dem bloßen Auge sichtbar sind.