Kauterisation

Die Kauterisation ist ein bekanntes, medizinisches Verfahren, mit dem vor allem im chirurgischen Fachgebiet krankes und störendes Gewebe durchtrennt und entfernt wird. Mit der Kauterisation kann auch eine Warze oder ein Tumor zerstört sowie gleichzeitig eine oder mehrere Blutungen gestoppt werden. Der Vorteil der Kauterisation ist unter anderem das sofortige Stillen von Blutungen, die bei einem chirurgischen Eingriff in menschlichen Gewebeschichten entstehen.

Verfahren der Kauterisation

In der Kauterisation gibt es drei Verfahren, die eingesetzt werden können.

Kauterisation durch Hitze

Eine Methode ist die Kauterisation durch Hitze, die auch den Begriff Elektrokauterisation trägt. Bei diesem Verfahren wird der sogenannte Elektrokauter durch elektrischen Strom erhitzt. Als Elektrokauter bezeichnet man in der Kauterisation ein nicht sehr großes Brenneisen mit einer sehr feinen Drahtschlinge an der Spitze. Mit dem Elektrokauter kann in krankes Gewebe, wie eine Warze, geschnitten werden, welche entfernt werden soll. Durch die dabei entstehende Hitze werden verletzte Blutgefäße sofort wieder verschlossen, was weitere und auch stärkere Blutungen verhindert.

Nachteil der Kauterisation durch Hitze (Elektrokauterisation)

Wird die Kauterisation durch Hitze, auch Elektrokauterisation genannt, bei vorhandenen Tumoren angewendet, wird leider eine Erstellung von Befunden erschwert, weil das Gewebe, welches untersucht und entfernt werden soll, durch die angewandte Hitze zerstört wird. Zur Entfernung einer Warze ist eine Durchführung der Kauterisation durch Hitze möglich, jedoch nicht so erfolgversprechend wie die Kauterisation durch Kälte.

Kauterisation durch Kälte

Die Kauterisation durch Kälte wird auch als Kryochirurgie bezeichnet. Mit dieser Methode wird chirurgisch Gewebe entfernt, in dem es extremer Kälte ausgesetzt wird. Die Kälte nennt man auch Vereisung. Bei der Kryochirurgie werden durch die Bildung von Eiskristallen Zellen zerstört. Dieses Verfahren wird vor allem in der Dermatologie genutzt, um eine Hautveränderung wie eine Warze zu entfernen. In der heutigen Zeit können Sie die Kauterisation durch Kälte sogar von zu Hause aus durchführen, wenn es zum Beispiel um die Entfernung einer Warze geht. In Apotheken und Reformhäusern erhalten Sie entsprechende Kältesprays oder andere Tinkturen, die das Gewebe um die Warze herum großer Kälte aussetzen.

Kauterisation mit chemischen Mitteln

Die Kauterisation mit chemischen Mitteln wie Milchsäure oder Salicylsäure oder ähnlichen Stoffen wird ebenso in der Dermatologie gegen eine Warze eingesetzt. Vor allem in der Entfernung einer bestimmten Warze, der sogenannten tiefsitzenden Dornwarze, wird diese Kauterisation mit ätzenden Mitteln angewendet.

Was ist eine Warze?

Eine Warze kann sich dann entwickeln, wenn Viren in eine verletzte Hautschicht durch eine Infektion eindringen. Eine Warze ist eine kleine und flache Gewebeerhebung auf der Epidermis, der obersten Hautschicht. In der Dermatologie spricht man von einer Warze als gutartige Wucherung der Haut. Aber diese Hauterkrankung ist auch ansteckend und dabei sollten Sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit eine Weiterverbreitung der Warze ausgeschlossen wird. Wenn Kinder von einer Warze befallen sind, ist es wichtig, vor allem den Kontakt mit weiteren Kindern zu vermeiden. Denn Kinder haben meist noch kein sehr gut ausgeprägtes Immunsystem, was eine Ansteckung mit einer Warze sehr schnell und wahrscheinlich macht. Aber auch Erwachsene sollten möglichst bei dem Vorhandensein einer Warze jeglichen Körperkontakt mit anderen Menschen vermeiden, um eine Ansteckungsgefahr zu verhindern.

Arten von Warzen

Es gibt vier große Gruppen von einer Warze, die man unterscheiden kann.

Feigwarzen

Eine Gruppe sind die Feigwarzen, die sich meist in einer Gruppe ausbreiten. Im fortgeschrittenen Stadium wächst die Warze nach innen und zerstört das Gewebe. Anzutreffen ist diese Warze meist im Genitalbereich. Deshalb ist die Ansteckung durch Geschlechtsverkehr sehr groß.

Stachelwarzen

Eine Stachelwarze findet man häufig im Gesicht und an den Händen. Farblich sind diese Warzen eher grau bis gräulich und ihre Beschaffenheit ist hart und rau. Diese Warze sollten Sie nicht aufkratzen, damit die Verbreitung der Warzenviren nicht weitere Hautareale befällt. Sie sollten beim Befall mit einer Warze auch darauf achten, ihr Immunsystem zu stärken, damit weitere Viren keine Chance habe, sich auf und in der Haut auszuweiten.

Flachwarzen

Oft werden Kinder und Jugendliche, die eine Erkrankung hinter sich gebracht und denen ein Antibiotikum verabreicht wurde, von Flachwarzen befallen. Diese flache Warze findet man im Gesicht und an den Armen. Die Warze verschwindet meist nach der Erkrankung von selbst oder kann beim Dermatologen mit Rotlichtbestrahlung behandelt und entfernt werden. Auch beim Befall mit dieser Warze ist es wichtig, das Immunsystem zu stimulieren, um neue Erreger abzuwehren.

Dornwarzen

Eine Dornwarze wächst häufig an der Fußsohle und verursacht dort große Schmerzen. Die Warze wächst nach innen und sollte schnell entfernt werden, damit die Warze nicht größere Teile der Fußsohle befällt. Eine Dornwarze an der Fußsohle kann durch das Laufen ohne Schuhe in Schwimmbädern, Saunen, Umkleidekabinen und Sporthallen entstehen. Meist bemerkt man das Vorhandensein einer Dornwarze erst, wenn sie schon in tiefere Hautschichten vorgedrungen ist und große Druckschmerzen auslöst. In diesem Fall sind weder die Anwendung von Salben oder Warzenpflastern hilfreich, weil diese nur in der oberen Hautschicht wirken.

Hier muss eine Kauterisation mit Kälte oder ätzenden Mitteln erfolgen, die im Krankenhaus ausgeführt wird. Denn nach Entfernung dieser Warze bleibt eine tiefe Wunde zurück, die nachbehandelt werden sollte. Sauberkeit und Hygiene sind beim Heilungsprozess von größter Wichtigkeit, deshalb sollten Sie den Verband täglich wechseln. Sind doch einmal Keime eingedrungen, bilden sich gelbe eitrige Blasen, die auf jedem Fall durch einen Arzt behandelt werden sollten. Nach Beendigung des Heilungsprozesses verbleibt an der betreffenden Stelle eine Narbe. Die beste Behandlungsmethode bei dieser Art der Warze ist die Kauterisation durch Kälte.

Behandlung der Warze mit Kauterisation durch Kälte

Eine sehr gute Behandlungsmethode, um eine Warze zu entfernen, ist die Kauterisation durch Kälte. Der Chirurg oder Dermatologe wendet diese Möglichkeit an, bei der die oberste Hautschicht der Warze mit einer großen Kälte regelrecht abgetötet wird. Die Warze wächst, nach der Behandlung mit diesen Eiskristallen, nach und nach heraus und fällt nach einiger Zeit direkt ab. Vorteilhaft ist die Kauterisation durch Kälte aufgrund der schnellen Wirksamkeit und Heilung der betreffenden Hautareale. Eine kleine Warze kann in der heutigen Zeit sogar selbst zu Hause entfernt werden. In den Apotheken gibt es gute Präparate, die eine Kauterisation durch Kälte zum Beispiel in Sprayform zu Hause durchführen lassen. Die Warze fällt nach erfolgreicher Behandlung ebenso ab und auch hier setzt der Heilungsprozess relativ schnell ein.

Leider ist es möglich, dass sich nach der Behandlung eine Blase an der betreffenden Stelle bildet. Diese dürfen Sie nicht aufstechen oder entfernen, da ansonsten eine neue Infektion mit Bakterien erfolgen kann. Sie decken die Blase mit einem Blasenpflaster ab, welches in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken erhältlich ist. Hilfreich ist auch das Auftragen von sogenannten Blasensalben, die man ebenso im Handel erhalten kann. Kauterisation durch Kälte ist eine sehr erfolgversprechende Methode, um eine lästige Warze zu entfernen.

Bei der genannten Methode der Vereisung wird auch teilweise flüssiger Stickstoff angewandt, wonach sich auf der betreffenden Stelle eine leichte Kruste bildet. Diese Methode verspricht Erfolg, wenn es sich um eine einzelne Warze handelt. Bei Warzen, die teilweise in die Fläche gehen, ist es schwierig, mit der Behandlung erfolgreich alle Warzen zu entfernen. Die Kauterisation mit Stickstoff und der erzeugten Kälte geht schnell vonstatten und erfolgt ohne Schmerzen, was einen Vorteil bei der Anwendung vor allem bei Kindern erbringt.

Kauterisation einer Warze mit chemischen Mitteln

Auch chemische Mittel, wie die Anwendung von Milchsäure oder Salicylsäure helfen bei der Entfernung einer Warze. Diese Art der Kauterisation lässt die oberste Hautschicht abtragen, in tiefere Hautschichten gelangt die Salicyl- oder Milchsäure oft nicht. Bei der Behandlung mit Salicylsäure wird ein Eindringen in tiefere Hautschichten vermieden, weshalb Sie diese mindestens dreimal täglich durchführen sollten. Auch bei der Dauer der Behandlung zur Entfernung der Warze sollten Sie zehn bis vierzehn Tage einplanen.

Bei der Kauterisation mit Milchsäure oder Salicylsäure tragen Sie auf die entsprechende Warze einen kleinen Tropfen auf. Selbst in Apotheken oder Reformhäusern können Sie inzwischen die Tinkturen erhalten. Die benachbarte Haut der Warze sollten Sie gut abdecken, damit die gesunde Haut von der Säure nicht angegriffen und verletzt wird. Zur Abdeckung empfiehlt sich eine gute Fettcreme. Denn die Salicylsäure hat die Eigenschaft, stark ätzend zu sein, was auf gesunder Haut zu starken Schmerzen und weiteren Verletzungen führen kann.

Die Anwendung im Bereich der Augen, des Mundes, der Nase und im Intimbereich sollte deshalb gänzlich tabu sein. Auch ein Einreißen der benachbarten Hautschichten ist bei dieser Anwendungsmethode möglich, deshalb sollte die Kauterisation mit Milch- oder Salicylsäure immer sehr vorsichtig durchgeführt werden. Ohne Beachtung dieser Vorsichtsmaßnahmen werden der Heilungsprozess enorm verlängert und neue Krankheitsherde geschaffen. Die Kauterisation mit Kälte sollten Sie bei der Entfernung einer Warze dieser Methode vorziehen.

Die Behandlung der Kauterisation mit chemischen Mitteln stellt sich als sehr langwierig dar und Sie sollten Geduld aufbringen, bis die Warze endgültig verschwunden ist. Um eine Neuansteckung zu vermeiden, sollte auch der Warzenvirus getötet sein. Ansonsten ist die Gefahr der Neubildung einer Warze sehr groß. Sollte jedoch nach ungefähr fünf bis sechs Wochen die Warze immer noch nicht entfernt sein, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird sicherlich die Kauterisation mit Kälte gegen die Warze empfehlen und auch durchführen.

Bei einer Warze an Kindern sollten diese Warzen nicht einer Kauterisation mit chemischen Mitteln ausgesetzt werden, da die Kinderhaut noch sehr empfindlich und nicht sehr dick in ihrer Hautoberfläche ist. Außerdem empfinden Kinder die Schmerzen bei der Kauterisation mit Salicylsäure als sehr groß. Wird bei Kindern eine Salbe gegen die Warze aufgetragen, die ebenso Salicylsäure enthält, muss man sehr darauf achten, dass die Salbe keineswegs auf eine gesunde Hautpartie trifft. Hier entstehen ein starkes, schmerzhaftes Brennen und eine schnelle Rötung der Haut bis hin zu einer weiteren Verletzung der Haut. Die empfindliche Kinderhaut reagiert sofort. Bei Kindern ist die Kauterisation mit Kälte beim Entfernen einer Warze eher anzuwenden.

Auch eine Kauterisation, die zu Hause mit Zitronensäure angewandt wird, verspricht dauerhaften Erfolg. Doch auch in diesem Fall gilt es, die Zitronensäure vorsichtig auf die zu behandelnde Warze aufzutragen und die Hautareale neben der Warze gut abzudecken. Denn auch die Zitronensäure wirkt sich stark ätzend auf die gesunde benachbarte Haut aus. Eine Kauterisation mit chemischen Mitteln ist in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen, weil nicht nur die Warze sondern auch umliegende Haut geschädigt werden kann. Ein weiterer Nachteil der Kauterisation mit chemischen Mitteln ist, dass sich die Behandlung auch über mehrere Wochen hinziehen kann, bis die Warze endgültig entfernt ist.

Nachbehandlung einer Kauterisation

Nach der Anwendung einer Kauterisation mit Hitze, Kälte oder chemischen Mitteln gegen das Vorhandensein einer Warze ist es wichtig, dass Sie auf Sauberkeit und Hygiene achten. In der Apotheke erhalten Sie gute Salben, die zum Erneuern der entsprechenden Hautpartien aufgetragen werden können. Eine gute Heilungswirkung zeigt der Wirkstoff Dexpanthenol, dem heilungsfördernde Eigenschaften zugesagt werden. Wird dieser Wirkstoff auf das Hautareal der abgelösten Warze aufgetragen, wird die Neubildung von Haut angeregt und es kommt zu einem gewissen Schutzmechanismus. Die Salbe können Sie jedoch erst auftragen, wenn die betreffende Warze durch Kauterisation herausgelöst worden und abgefallen ist. Nach der Entstehung von neuen Hautpartien ist die Salbe nicht zu dick aufzutragen und möglichst abzudecken.

Auch die Stärkung des Immunsystems kann nicht nur gegen den Befall mit einer Warze eingesetzt werden, sie ist auch sehr hilfreich beim Heilungsprozess. Ohne ein gestärktes Immunsystem kann eine Warze immer wieder neu entstehen oder sich der Warzenvirus weiterverbreiten. Es ist ein Kreislauf, der immer wieder neu entsteht, wenn Sie nicht entsprechende begleitende und vorbeugende Maßnahmen durchführen.

Alle hier genannten Behandlungsmethoden der Kauterisation sind zum Entfernen der Warze möglich und führen zum Erfolg. Die Anwendung sollten Sie jedoch entsprechend der Warzenart vornehmen, damit die Entfernung wirklich erfolgreich ist und keine weitere Verletzung der Haut dazukommt. Nebenbei muss jedoch der Warzenvirus gänzlich abgetötet werden, was nur mit einem intakten Immunsystem möglich ist und erreicht werden kann. Denn durch das Vorhandensein eines guten Immunsystems werden alle Viren und Bakterien, welche durch eine offene Hautverletzung in das Gewebe eindringen, schnell und sicher abgewehrt. Wie erwähnt haben Kinder oft kein gut entwickeltes Immunsystems, was den Angriff der Warzenviren erleichtert. Vor allem, wenn sie erkrankt sind, ist das Immunsystem geschwächt und bietet Angriffsfläche für Keime, Viren und Bakterien.

Ein gutes Immunsystem können Sie erreichen, wenn Sie sich gesund ernähren, nicht rauchen und wenig Alkohol trinken sowie sich regelmäßig in der Natur bewegen. Auch die soziale Komponente sollten Sie nicht unterschätzen. Leben Sie in einer glücklichen und erfüllenden Beziehung, haben Kontakt zu Freunden, Bekannten und Kindern und unternehmen Sie mit diesen regelmäßig Aktivitäten, wirkt sich das sehr positiv auf Ihr Immunsystem aus und wehrt gestärkt Bakterien und Viren ab.