Elektrokoagulation

Als Elektrokoagulation wird ein Verfahren bezeichnet, welches in der Chirurgie angewendet wird, um körpereigenes Gewebe mittels Strom zu zerstören: Ein Beispiel für Gewebe, dass mittels Elektrokoagulation entfernt werden kann, ist neben kleinen Tumoren und anderen Hautwucherungen eine Warze. Der Vorteil der Elektrokoagulation ist nicht nur der, dass sich Gewebe und somit auch Warzen in wenigen Sitzungen komplett zerstören und daher auch entfernen lassen, sondern auch die sofortige Blutstillung der betroffenen Gefäße. Das macht das Entfernen einer Warze mittels Elektrokoagulation meistens nicht nur schmerzlos, sondern auch relativ risikoarm.

Elektrokoagulation bei einer Warze: Hintergrund und Definition der Behandlungsmethode

Die Elektrokoagulation gehört zur Hochfrequenz-Chirurgie. Hier wird Wechselstrom mit einer hohen Frequenz durch den Körper geleitet, um unnützes oder krankhaftes Gewebe zu schädigen, zu zerschneiden oder zu zerstören. Wie genau man bei der Elektrokoagulation vorgeht, also ob man das Gewebe (oder in diesem Fall die Warze) nur schädigt oder gänzlich abtrennt, hängt vom Verfahren und meistens auch von der Diagnose ab. Der größte Vorteil der Elektrokoagulation zum Entfernen einer Warze ist jedoch der, dass sich die Warze meist mit nur einer oder mit wenigen Eingriffen komplett entfernen lässt. Hinzu kommt der Vorteil, dass anders als bei allen anderen und herkömmlichen Schneidetechniken – etwa mit dem Skalpell – die betroffenen Gefäße im Bereich der Warze direkt verschlossen werden.

Die Heilung nach dem Entfernen der Warze verläuft also nach einer Elektrokoagulation meistens schneller, beschwerdefreier und unkomplizierter. Da die Elektrokoagulation aus diesem Grund häufig zum Entfernen von kleineren und hervorstehenden Wucherungen und Warzen verwendet wird, wird sie oft auch als Eingriff mit dem Elektroskalpell bezeichnet. Jedoch eignet sich die Elektrokoagulation nicht zum Entfernen und zum Behandeln von jeder Art von Warze. Speziell bei einer Warze, die eher nach innen als nach außen wuchert, kann eine Behandlung durch eine Elektrokoagulation schwer bis unmöglich werden. Hier kommt es aber oft auf die Warze, auf die Beschaffenheit der betroffenen Hautpartie, auf die verwendete Methode des Eingriffs und auf die Erfahrung des behandelnden Arztes an.

Zudem eignet sich die Elektrokoagulation aber auch nicht zum Beseitigen von einer Warze an jeder Körperpartie. Der Grund ist der, dass bei der Elektrokoagulation eventuell auch umliegende Partien der Haut, direkt oder weit neben der Warze, geschädigt werden können. Deshalb muss die Elektrokoagulation beim Behandeln einer Warze in sehr empfindlichen Körperbereichen (etwa im Intimbereich oder an den Augen) äußerst behutsam und örtlich genau vorgenommen werden. Oftmals spielt hier aber nicht nur die Warze, sondern auch die Erfahrung des Chirurgen eine große Rolle.

Die Elektrokoagulation wirkt dahin gehend, dass der erzeugte Funke, der auf die Haut oder auf die Warze einwirkt, eine meist enorm genaue punktförmige Verbrennung erzeugt. Je nach Höhe des Stroms und der Frequenz kann diese Verbrennung zu irreparablen Schädigungen an den betroffenen Zellen führen. Dies ist jedoch, je nach Diagnose und Warze, nicht selten gewünscht. Denn so kann man mit der richtigen Stärke der Elektrokoagulation dafür sorgen, dass sich die Warze nicht erneut bildet.

Elektrokoagulation bei der Behandlung einer Warze: Indikationen, Vorgehen und verschiedene Methoden

Eine Elektrokoagulation zur Beseitigung von einer Warze kann entweder vollkommen eigenständig oder als operativer Eingriff an eine vorhergegangene Behandlung erfolgen und diese sozusagen abrunden. Wie genau man bei einer Warze am besten vorgeht und welche genaue Methode man anwendet, das hängt in der Regel von der Diagnose und somit von der Art und Schwere der Warze ab. Die Elektrokoagulation wird jedoch immer unter einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie genannt) durchgeführt und setzt voraus, dass der behandelnde Arzt Erfahrung im Entfernen einer Warze mittels einer Elektrokoagulation hat. In einigen Fällen kann dies der behandelnde Hautarzt oder aber ein geschulter und spezialisierter Chirurg sein, an den dieser wegen der Warze überweist.

Die Elektrokoagulation ist eine reine Wärmebehandlung, bei der die betroffene Haut stets von der Warze und bis zur Epidermis verbrannt und verschmort wird. Je nach Fall und Art der Warze kann es dabei notwendig sein, dass man die betroffenen Hautpartien punktuell und großflächiger behandelt oder aber, dass man die Warze mittels der Elektrokoagulation abtrennt und im Anschluss, sofern dies notwendig oder sinnvoll ist, das darunterliegende Gewebe ebenfalls verschmort. Ziel der Elektrokoagulation ist es beim Entfernen einer Warze jedoch immer, alle infizierten und krankhaft veränderten Zellen mitsamt der Warze zu beseitigen und somit abzutöten. Dadurch ist die Gefahr, dass die Warze nach dem Eingriff wieder nachwächst, sehr gering bis hin zu komplett ausgeschlossen.

Manchmal erfolgt die Elektrokoagulation aber auch im Anschluss an eine vorhergegangene Ausschabung der Warze. Auch auf diese Art und Weise lässt sich eine erneute Infektion und Ausbreitung der Warze weitgehend verhindern. Handelt es sich jedoch um Viren, die mit einer Krankheit oder mit einer innerlichen Infektion zusammenhängen, kann es sein, dass neben der Elektrokoagulation eine medikamentöse Behandlung notwendig wird. Ebenso sieht es bei einer Warze aus, die von ihrer Art her dazu neigt, stark zu streuen. Denn die Elektrokoagulation behandelt stets nur die verschmorten Hautpartien.

Elektrokoagulation bei der Behandlung einer Warze: Verschiedene Methoden

Zudem gibt es verschiedene Eingriffsarten und Methoden, an die man sich bei der Behandlung einer Warze mit einer Elektrokoagulation halten kann. Grundlegend wird bei der Elektrokoagulation – auch beim Behandeln einer Warze – aber zwischen der monopolaren und der bipolaren Variante unterschieden. Doch worin unterscheiden sich diese und was sollte man als Patient unbedingt wissen, wenn es um die Behandlung einer Warze geht?

Die monopolare Technik der Elektrokoagulation wird häufiger angewendet als die bipolare Methode. Deshalb ist sie auch beim Behandeln einer Warze verbreiteter. Bei dieser Technik der Elektrokoagulation wird die HF-Spannungsquelle über ein Pol mit dem Patienten verbunden. Die verwendete Elektrode nennt man dabei die neutrale Elektrode oder die Neutralelektrode. Nun entfernt oder behandelt man die Warze oder die befallene Hautfläche mit dem anderen Pol, der das chirurgische Instrument (die aktive Elektrode oder auch Aktivelektrode) darstellt. Der Strom fließt bei diesem Verfahren der Elektrokoagulation stets über den geringsten Widerstand hinweg von der aktiven zur neutralen Elektrode. Direkt an der Aktivelektrode ist die Stromdichte am höchsten, sodass hier in der Regel auch der stärkste thermische Effekt stattfindet. Sprich: Die Verbrennungen lassen sich durch das Instrument recht genau auf einen bestimmten Hautbereich begrenzen. Beim Behandeln einer Warze ist dies meistens die störende Wucherung. Da die Stromdichte mit dem Abstand zwischen den Elektroden zunehmend abnimmt, findet beim Entfernen einer Warze mittels Elektrokoagulation keine großflächige Schädigung des Gewebes statt.

Damit die Stromdichte, die bei der Behandlung der Warze mittels Elektrokoagulation durch den gesamten Körper fließt, so gering wie möglich ist, sollte man die neutrale Elektrode so weit wie möglich von der aktiven Elektrode, und somit in diesem Fall von der Warze, entfernt anbringen. Bei dieser Technik der Elektrokoagulation wird die Haut an der Stelle, an der sich die Neutralelektrode befindet, übrigens nicht spürbar erwärmt. Allerdings sorgen weitere strenge Sicherheitsmaßnahmen bei der Anbringung der Neutralelektrode dafür, dass keine unerwünschten Verbrennungen des Gewebes erzeugt werden.

Allerdings gibt es auch eine abgewandelte Technik der monopolaren Technik – die monoterminale Methode, bei der die neutrale Elektrode gänzlich weggelassen werden kann. Bei diesem Verfahren der Elektrokoagulation ist der Generator einseitig geerdet und ein kapazitiver Widerstand schließt den Stromkreis ab. Nachteil dieses Verfahrens ist es, dass sich dieser Widerstand und daher auch der wirksame Strom ändern, sobald man den Patienten berührt. Aus diesem Grund wird diese Methode der Elektrokoagulation nur bei minimalen Eingriffen mit kleinen Strömen – und somit nur bei kleinen Warzen – angewendet.

Auf der anderen Behandlungsseite der Elektrokoagulation und der Warze steht die bipolare Technik. Hier fließt der Strom, im Gegensatz zur monopolaren Technik, nur durch einen relativ kleinen Teil des Körpers. Meistens handelt es sich hierbei um den Körperteil oder die Hautfläche, die von der Warze befallen ist. In diesem Bereich werden zwei Elektroden direkt an die gewünschte Operationsstelle, in unmittelbarer Nähe der Warze, geführt. Der Stromkreis wird direkt über das Gewebe geschlossen, das zwischen den gegeneinander isolierten Elektroden liegt: Und genau hier, in diesem Gewebe und zwischen den beiden Elektroden, findet der gesamte thermische Behandlungseffekt statt.

Durch die bipolare Methode der Elektrokoagulation wird das umliegende Gewebe in der Regel nicht geschädigt, weil hier auch kein Strom fließt. Deshalb wird diese Methode der Elektrokoagulation bevorzugt bei präzisen Anwendungen, wie zum Beispiel in der Mikro-, Neuro- und HNO-Chirurgie verwendet. In der Dermatologie wird die bipolare Methode der Elektrokoagulation jedoch auch verwendet: zum Beispiel, wenn man den Körper des Patienten aus gesundheitlichen Gründen keinem gänzlichen Stromfluss aussetzen will oder kann. Ein weiterer Vorteil ist übrigens der, dass das bipolare Verfahren der Elektrokoagulation bis zu 30 Prozent weniger Energie verlangt.

Dauer der Behandlung und Nachbehandlung bei einer Elektrokoagulation

Bei der Elektrokoagulation wird die Warze meistens in wenigen Minuten entfernt oder beseitigt. Der Eingriff selbst ist also relativ kurz – und durch eine örtliche Betäubung meist auch vollkommen schmerzlos. Nach der Elektrokoagulation treten meistens nur geringe Schmerzen auf, da mögliche Wunden durch den Stromfluss direkt verschmort und daher auch verschlossen werden. In den meisten Fällen handelt es sich bei der Elektrokoagulation aber um einen Teil der gesamten Behandlung gegen die Warze, sodass die Behandlung selbst – fernab der Dauer der Elektrokoagulation – je nach Befall und Art der Warze durchaus einige Tage bis hin zu mehreren Wochen in Anspruch nehmen kann.

Üblicherweise werden durch eine Elektrokoagulation die Warze oder Teile der Warze, etwa nach einer Ausschabung, entfernt, sodass das infizierte Gewebe gänzlich beseitigt ist. Dadurch möchte man in der Dermatologie verhindern, dass die Warze erneut wuchert. Ist dies trotz einer vorhergegangenen Elektrokoagulation der Fall, kann man erneute Wucherungen übrigens nachbehandeln. Dies dauert meistens ebenfalls nur ein paar Minuten.

Ein minimaler Wundschmerz kann, muss aber nicht auftreten. Meistens wird dieser nach einer Elektrokoagulation ähnlich wie das Gefühl einer wunden Stelle auf der Haut vernommen. Eventuell kann die behandelte Hautpartie in den Stunden oder Tagen nach der Elektrokoagulation aber auch berührungs-, kälte- oder hitzeempfindlich sein. Dies lässt sich aber meistens sehr gut und gezielt durch Hautcremes, Tinkturen und Salben behandeln. Diese sollten aber auf jeden Fall durch den behandelnden Arzt verschrieben worden sein. Denn nicht jede Heil- und Wundsalbe eignet sich, um die Haut nach einer Elektrokoagulation zu therapieren.

Warze ade, und nun? Komplikationen und Risiken nach einer Elektrokoagulation

Wie jeder chirurgische Eingriff bringt natürlich auch eine Elektrokoagulation bei der Beseitigung einer Warze oder beim Behandeln von infiziertem Gewebe gewisse Risiken mit sich. Diese lassen sich aber durch einen erfahrenen Arzt in Grenzen halten. Denn die beiden gravierendsten Risiken bei einer Elektrokoagulation sind die, dass man durch eine Falschanwendung gesundes Gewebe schwer schädigen könnte – und dass der Stromfluss, der je nach Methode der Elektrokoagulation mehr oder weniger stark durch den Körper des Patienten fließt, diesem schädigen könnte. Hier sind vor allem Menschen mit einem Herzfehler oder mit elektrischen Gerätschaften (etwa einem Herzschrittmacher) betroffen. Jeder erfahrene Arzt wird diese Risiken jedoch richtig einschätzen können und so weitgehend ausschließen, etwa, indem er auf eine andere Methode oder auf einen niedrigeren Frequenzbereich setzt.

Der übliche Frequenzbereich liegt bei einer Elektrokoagulation und somit auch bei der Behandlung einer Warze übrigens durchschnittlich zwischen 300 kHz und 4000 kHz – wobei speziell bei der Behandlung einer Warze mittels Elektrokoagulation meistens nur eine niedrige Frequenz notwendig ist. Höhere Frequenzen kommen eher bei größeren chirurgischen Eingriffen zum Einsatz. Kein Risiko einer Elektrokoagulation aber wissenswert ist für den Patienten, dass die Reizung der Nerven unterhalb von 300 kHz am größten ist. Auch wenn trotz der örtlichen Betäubung keine Schmerzen auftreten, kann es jedoch zu Zuckungen der Muskeln (medizinisch Faradisation genannt) kommen. Dies ist unangenehm, aber nicht schädlich.

Zudem ist die Verbrennungsgefahr bei niedrigeren Frequenzen, wie sie oft bei der Behandlung einer Warze mittels Elektrokoagulation verwendet werden, relativ gering im Verhältnis zu höheren Frequenzen. Denn mit der Frequenz steigt auch die thermische Energie an und somit die Hitze, die erzeugt wird. Hinzukommend wird es bei höheren Frequenzen schwieriger, diese genau vorherzusehen und zu beherrschen. Das bedeutet, dass die Gefahr den Patienten zu verbrennen steigt. Jedoch hält sich dieses Risiko selbst bei 4000 kHz weitgehend in Grenzen und die Geräte, die mit höheren Frequenzen arbeiten, werden in der Dermatologie und auch in der Medizin eher selten angewendet.

Um weitere Risiken ausschließen zu können, kommt es aber unter Umständen auch auf den Patienten an. Denn dieser sollte am Tag der Elektrokoagulation der Warze darauf achten, dass er keine leitenden Gegenstände (etwa Schmuck) und auch keine elektrischen Geräte (zum Beispiel Hörgeräte) am Körper trägt. Zudem sollte man den behandelnden Arzt vor der Elektrokoagulation stets über medizinisch relevante Dinge aufklären, seien es Schrittmacher oder auch Metallteile wie Schrauben oder Platten, die sich im Körper befinden. Denn auch wenn der Arzt diese Dinge in der Regel selbst vor der Elektrokoagulation abklärt, schadet es niemals, auf Nummer sicher zu gehen.